zur Navigation springen

Skandal um Bill O'Reilly : Fox News feuert Trumps Lieblingsmoderator nach 20 Jahren

vom

Der 67-Jährige soll Frauen bezahlt haben, damit sie seine sexuellen Belästigungen nicht öffentlich machen.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 09:43 Uhr

New York | Bill O'Reilly bezeichnet die Vorwürfe als absurd. Doch der 67-Jährige wurde vom konservativen US-Sender Fox News dennoch vor die Tür gesetzt. Der Verdacht: Der Star-Moderator soll Schweigegeld an Frauen gezahlt haben, damit sie seine sexuellen Belästigungen nicht publik machen. Nach 20 Jahren ist nun Schluss für den Journalisten.

Der Moderator ist einer der bekanntesten der USA. Seine Sendung „The O'Reilly Factor“ ist eines der beliebtesten politischen Formate im Land. US-Präsident Donald Trump ist ein großer Fan des Journalisten. Er sei „kein schlechter Mensch“, sagte Trump nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Moderator. Fox News war in den vergangenen Wochen zu einer Art Haussender für Trump geworden. 

Er macht Urlaub. So hatte er es in seiner Sendung „The O'Reilly Factor“ verkündet. Dass er vielmehr beurlaubt wurde, ist nun offiziell. Die Zusammenarbeit ist beendet worden, teilte 21st Century Fox mit. „Nach einer sorgfältigen Prüfung der Vorwürfe stimmen das Unternehmen und Bill O'Reilly überein, dass Bill O'Reilly nicht auf Fox News zurückkehren wird“, hieß es.

Schon länger sah sich O'Reilly mit Vorwürfen um angebliche sexuelle Nötigungen konfrontiert, die er stets bestritten hatte. Sein Anwalt spricht sogar von einer Rufmord-Kampagne. Fox News reagierte zunächst zurückhaltend, bis zahlreiche Firmen ihr Werbebudget bei dem Sender strichen. Sein Arbeitgeber zog die Reißleine.

Nach Recherchen der Zeitung „New York Times“ hatte sich der 67-Jährige gemeinsam mit 21st Century Fox in mehreren Fällen außergerichtlich mit Frauen geeinigt, die ihn der sexuellen Nötigung bezichtigten. 13 Millionen Dollar Schweigegeld soll der Moderator insgesamt gezahlt haben.

Der Moderator wurde dabei über Jahrzehnte als provozierender Fragesteller und Meinungsmacher wahrgenommen. Er fiel durch teils extreme Positionen auf. So erklärte er, die Todesstrafe sei für einige Straftäter zu human, diese hätten stattdessen Arbeitslager verdient.

Es ist nicht der erste Skandal beim Sender: Mit dem früheren Chef Roger Ailes musste in der Vergangenheit ein weiterer hochrangiger Mitarbeiter gehen, als ihm Moderatorinnen Übergriffe vorwarfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen