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Tödlicher Unfall auf Rügen : Fotomotiv gesucht – Hamburgerin stürzt 60 Meter in die Tiefe

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Die Frau soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft offensichtlich Warnhinweise ignoriert haben.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2017 | 13:02 Uhr

Sassnitz/Hamburg | Nach dem tödlichen Absturz einer Hamburgerin von der Kreideküste der Insel Rügen geht die Staatsanwaltschaft von einem tragischen Unfall aus. Die Hamburgerin war am Samstag - offenbar bei dem Versuch ein besonders schönes Foto zu schießen - an der Kreideküste rund 60 Meter in die Tiefe gestürzt. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Martin Cloppenburg, am Montag sagte, habe die Aussage des 22-jährigen Ehemannes diesen Unfallhergang gestützt. Zudem waren bei der Verunglückten Kamera und Fototasche gefunden worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Ehemann, der nach dem Unglück sichtlich unter Schock gestanden hatte, inzwischen auch ausgesagt, die an der Ernst-Moritz-Arndt-Sicht aufgestellten Warnschilder gesehen zu haben. „Das Paar habe dann wohl eingeschätzt, dass der Gang an die Abbruchkante nicht so gefährlich sei“, sagte Cloppenburg. Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Obduktion der Leiche werde es aber nicht geben. „Wir haben keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“, sagte Cloppenburg.

Ein Schild mit dem Warnhinweis «Absturzgefahr» an der Kreideküste der Ostsee-Insel Rügen.
Ein Schild mit dem Warnhinweis „Absturzgefahr“ an der Kreideküste der Ostsee-Insel Rügen. Foto: Stefan Sauer
 

Naturranger im Nationalpark Jasmund haben nach dem tödlichen Unfall die Unvernunft von Wanderern beklagt. Im Nationalpark gelte ein Wegegebot, was aber von Wanderern immer wieder missachtet werde, sagte Nationalpark-Dezernatsleiter Ingolf Stodian. Zudem weisen zusätzliche Schilder an besonders kritischen Stellen auf Gefahren hin. Im Bereich der Ernst-Moritz-Arndt-Sicht, an der die Frau in die Tiefe gestürzt war, warnt ein Schild vor der Abbruchgefahr. Wegen der bestehenden Gefahr sei der Aussichtspunkt auch seit drei Jahren für Wanderer gesperrt. Der offizielle Hochuferweg verlaufe in diesem Bereich mehrere Meter von der Abbruchkante entfernt, sagte Stodian.

Immer wieder sei zu beobachten, dass illegale Wege zu vermeintlich besonders attraktiven Aussichtspunkten direkt an der Abbruchkante der Kreideküste entstehen, beklagte Stodian. Würden diese Trampelpfade mit Totholz gesperrt, seien die Absperrungen oftmals innerhalb weniger Tage weggeräumt.

Stodian widersprach Forderungen nach verstärkten Sicherungsmaßnahmen. „Wir können im Nationalpark nicht alles mit Zäunen absperren.“ Zudem würden von einigen Unvernünftigen die Absperrungen ignoriert. Ranger wiesen Wanderer regelmäßig auf Vorschriften im Nationalpark hin. Dabei passiere es immer wieder, dass die Mitarbeiter des Nationalparks „ganz böse“ beschimpft würden.   

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