Nach Münzfund auf Rügen : Forderung nach Finderlohn für Schatzsucher wird laut

<p>Zusammenstellung der entdeckten sächsischen, ottonischen, dänischen und byzantinischen Münzen aus dem 10. Jahrhundert.</p>

Zusammenstellung der entdeckten sächsischen, ottonischen, dänischen und byzantinischen Münzen aus dem 10. Jahrhundert.

Auf Rügen wurde ein Schatz entdeckt. Finanziell profitieren die Finder davon nicht. Das will die Politik nun ändern.

shz.de von
28. Mai 2018, 20:47 Uhr

Schwerin | Es war der Fund ihres Lebens: Im Januar entdeckten Hobby-Archäologe René Schön und der 13-jährige Luca Malaschnitschenko auf Rügen eine wertvolle Silbermünze. Sie war das erste Stück eines fast zwei Kilogramm schweren Schatzes, den ein Archäologenteam in den Wochen, die auf den Fund folgten, im Boden des Ackers entdeckte. Zu dem Schatz gehören neben 500 bis 600 Münzen auch Schmuckstücke und Werkzeuge. Die Forscher bringen die Fundstücke mit dem legendären Dänen-König Harald Blauzahn in Verbindung.

Für die Wissenschaft ist es eine sensationelle Entdeckung. Den Findern bleibt am Ende nur die Ehre. Einen offiziellen Finderlohn gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nämlich nicht.

Das soll sich nun ändern. Der Landtag wird diese Woche auf Antrag der Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV) darüber diskutieren. Die BMV-Fraktion will das Denkmalschutzgesetz des Landes ändern.

 

„In fast allen Bundesländern gibt es Finderlohn für Schatzsucher“, sagte BMV-Fraktionschef Bernhard Wildt am Montag in Schwerin. Ein Grund für derartige Regelungen sei, den Schwarzmarkt für Schatzfunde auszutrocknen und Finder zu ermutigen, ihre Entdeckungen den Behörden zu melden. Die BMV schlägt nach Angaben von Wildt drei Prozent Finderlohn vor, den sich Finder und Grundstückseigentümer teilen sollen. Grundstückseigentümer hätten oft Folgekosten archäologischer Ausgrabungen zu tragen, zum Beispiel durch Bauverzögerungen.

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