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Germanwings-Flug 4U9525 : Flugzeugabsturz in Frankreich: 75 Deutsche an Bord, auch eine Schulklasse

vom

Der Airbus A320 stürzte in der Nähe von Nizza in den südlichen Alpen ab. An Bord waren 150 Menschen. Es überlebte wohl niemand.

Bei einem der schwersten Abstürze in der deutschen Luftfahrtgeschichte sind in Südfrankreich wahrscheinlich alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Darunter waren ersten Angaben zufolge auch 75 Deutsche. Eine Maschine vom Typ Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg nach Düsseldorf stürzte am Dienstagvormittag nahe des Ortes Digne in den französischen Alpen in schwer zugänglichem Gebiet ab. „Es gibt keinen Überlebenden“, zitierte die Zeitung „Le Figaro“ den französischen Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies. Die Ursache des Absturzes ist völlig offen.

In der Maschine waren Angaben zufolge 75 deutsche Staatsbürger. Das sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann am Mittwoch in Köln. Unter den Passagieren an Bord des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs seien auch zwei Babys gewesen.

Zu den Opfern zählen auch 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums im westfälischen Haltern. Sie waren auf dem Rückweg von einem Austausch in der Nähe von Barcelona, wie NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann sagte.

Laut dem französischen Verkehrsstaatssekretär stürzte die Maschine im Estrop-Massiv rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza ab. „Das ist eine Region, in der Schnee liegt und die für Fahrzeuge nicht erreichbar ist, aber die mit Hubschraubern überflogen wurde.“

„Ich habe keinen Zweifel, dass das Flugzeug gegen die Felswand geprallt ist“, zitierte die Zeitung „La Provence“ einen Augenzeugen, der Trümmer von einem Gebirgspass aus gesehen habe. Die Wucht des Aufpralls mache wenig Hoffnung auf Überlebende, sagte Innenministers Bernard Cazeneuve.

Absturzstelle der Germanwings-Maschine: Ein Helikopter fliegt über Wrackteile und Helfer.
Absturzstelle der Germanwings-Maschine: Ein Helikopter fliegt über Wrackteile und Helfer. Foto: dpa

Der französische Abgeordnete Christophe Castaner twitterte: „Flug über Unfallstelle mit dem Innenminister (Bernard Cazeneuve), ein Horror. Das Flugzeug ist total zerstört. Trauer.“

Nach bisherigen Erkenntnissen habe laut Germanwings-Chef Winkelmann das Flugzeug um 10.45 Uhr seine reguläre Reiseflughöhe erreicht und diese nach einer Minute wieder verlassen. Es sei dann in einen Sinkflug eingetreten, der acht Minuten gedauert habe. Der Kontakt des Flugzeugs zum französischen Fluglotsen sei um 10.53 Uhr auf einer Höhe von circa 6000 Fuß (ca. 1800 Meter) abgebrochen.

Der Airbus A320 sei noch am Montag einem letzten Routinecheck unterzogen worden. Am Dienstag sei das Flugzeug um 6.48 Uhr zunächst mit 122 Passagieren von Düsseldorf nach Barcelona geflogen, bevor sich die Maschine um 10.01 Uhr wieder auf den Weg zurück nach Düsseldorf gemacht habe.

So flog die Maschine laut Flightradar24.com:

Der US-amerikanische Sender CNN berichtete von Leichen, die von Helikoptern zu einer Schule geflogen werden:

Der Absturz soll französischen Medien zufolge nicht von schlechtem Wetter ausgelöst worden sein. Das Wetter sei ruhig gewesen, berichtete die Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf die Wetterdienste „La Chaîne Météo“ und „Météo France“.

Deutsche Behörden haben bisher keine Hinweise auf einen möglichen terroristischen Anschlag als Ursache für den Absturz. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Deutsche Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung machten sich am Dienstagmittag auf den Weg zur Unglücksstelle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Mittwoch zur Absturzstelle nach Frankreich. „Der Absturz der deutschen Maschine mit über 140 Menschen an Bord ist ein Schock, der uns in Deutschland - und der Franzosen und Spanier - in tiefe Trauer stürzt“, sagte Merkel im Kanzleramt in Berlin. Sie betonte, es gebe noch nicht viele Informationen über die Ursache des Absturzes. Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verkehrsminister Alexander Dobrindt reisten bereits am Dienstag gemeinsam zum Unglücksort in Südfrankreich.

Am Flughafen Düsseldorf löste die Nachricht vom Absturz Schock, Entsetzen und Trauer aus. An der VIP-Lounge, die der Flughafen für Angehörige und Seelsorger zur Verfügung stellte, kamen Angehörige mit völlig verweinten Augen an.

Unter der Rufnummer 030/50003000 richtete das AA eine Krisen-Telefonnummer ein.

Germanwings hat eine Hotline für Angehörige von Fluggästen eingerichtet: 0800/11335577.

Der Airbus A320 ist das erfolgreichste Airbus-Modell. Von dem Mittelstrecken-Jet sind weltweit fast 3700 Maschinen im Einsatz. Beim abgestürzten Flugzeug soll es sich um eine der ältesten Maschinen dieses Typs handeln. Das schreibt Flightradar24 bei Twitter. Demzufolge soll sie im November 1990 ausgeliefert worden sein.

Die Fluggesellschaft twitterte am Mittag:

Germanwings kündigte nach dem Absturz rasche Hilfe an. „Germanwings wird alle Kräfte aufbieten, um allen Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen und ihnen ihr schweres Schicksal zu erleichtern, so gut es irgend geht“, sagte Geschäftsführer Oliver Wagner. „Das Geschehene tut uns unendlich leid.“

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erstellt am 24.Mär.2015 | 11:58 Uhr

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