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Gesellschaft für deutsche Sprache : „Flüchtlinge“ ist Wort des Jahres 2015

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Nach „Lichtgrenze“ im Jahr 2014 ist nun das Wort „Flüchtlinge“ zum Wort des Jahres gekürt worden. Auch auf Rang zwei und drei sind Wörter von dominierenden Themen 2015.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 10:55 Uhr

Wiesbaden | „Flüchtlinge“ ist zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden. Es stehe für das beherrschende Thema, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden am Freitag die Entscheidung. Im Detail sagte die Jury:

„Das Substantiv steht nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, sondern ist auch sprachlich interessant. Gebildet aus dem Verb flüchten und dem Ableitungssuffix -ling (›Person, die durch eine Eigenschaft oder ein Merkmal charakterisiert ist‹), klingt Flüchtling für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig: Analoge Bildungen wie EindringlingEmporkömmling oder Schreiberling sind negativ konnotiert, andere wie Prüfling,LehrlingFindlingSträfling oder Schützling haben eine deutlich passive Komponente. Neuerdings ist daher öfters alternativ von Geflüchteten die Rede. Ob sich dieser Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.“

Auf Rang zwei landete „Je suis Charlie“, der weltweite Solidaritätsslogan nach dem Terroranschlag am 7. Januar auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris. Auf Rang drei folgte „Grexit“, das Wortgebilde für die Diskussion um einen Austritt des krisengeschüttelten Griechenland aus der Eurozone. Die weitere Reihenfolge der Wörter in den Top Ten:

4. Selektorenliste

5. Mogel-Motor

6. durchwinken

7. Selfie-Stab

8. Schummel-WM

9. Flexitarier

10. Wir schaffen das!

Die Jury hatte aus rund 2500 Vorschlägen einen Begriff gewählt, der das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt hat.

2014 war die Berliner „Lichtgrenze“ zum Mauerfall-Jubiläum das Wort des Jahres 2014 gewesen. Den sprachlichen Nerv der Zeit hatten in den Jahren zuvor - nach dem Urteil der Jury - die Abkürzung „GroKo“ (2013), die „Rettungsroutine“ (2012) und der „Stresstest“ (2011) getroffen.

 

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