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Kundby in Dänemark : Festnahme: Terrorverdacht gegen 15-jährige Dänin

vom

Die zum Islam konvertierte Staatsbürgerin wurde festgenommen. Die dänische Polizei fand Sprengstoff in ihrem Elternhaus.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 16:58 Uhr

Holbæk | Die Polizei auf Seeland (Dänemark) hat am Mittwochnachmittag ein 15-jähriges Mädchen festgenommen, das zum Islam konvertiert ist. Die dänische Staatsbürgerin wohnt mit ihrer Mutter in einem Haus in Kundby bei Holbæk, rund 60 Kilometer westlich von Kopenhagen. Dort hatte die Polizei im Keller Sprengstoff sichergestellt. Das Mädchen soll selbst Versuche mit Sprengstoff unternommen haben.

Der polizeiliche Nachrichtendienst PET will die Festnahme der 15-Jährigen nicht kommentieren. Nachdem das Mädchen am Donnerstagnachmittag einem Haftrichter in Holbæk vorgeführt und angehört wurde, kam sie in Untersuchungshaft. Dort soll sie bis zum 9. Februar verbleiben – bis zum 26. Januar sogar in Isolationshaft, berichtet der dänische TV-Sender „TV2“. Polizei und Gericht halten sich in dem Fall bedeckt.

Das Mädchen war am Mittwochnachmittag festgenommen worden. In der offiziellen Version des Tagesberichtes der Polizei heißt es, es habe „eine Untersuchung in Kundby bei Svenninge“ gegeben. „Routinemäßig“ seien ein Krankenwagen und die örtliche Rettungsbereitschaft zu der Polizeimaßnahme hinzugerufen worden. Den ganzen Tag hatten Bombenexperten des Militärs am Mittwoch das Haus untersucht. Offensichtlich sind dabei Gegenstände aus dem Keller entfernt worden. Laut Tagesbericht der Polizei sei der Einsatz am Abend beendet worden.

Laut TV2 wird die Konvertierung zum Islamd auf dem Facebookprofil des Mädchens deutlich. Dort soll sie unter anderem Mitglied in einer Gruppe für dänische Mitglieder der islamischen Organisation „Hizb ut-Tahrir“.

Experten stehen vor einem Rätsel in diesem Fall, da die Polizei bisher überhaupt keine Angaben gemacht hat. Dies sei ungewöhnlich, berichtet auch TV2. Mutter und Tochter sind von einem halben Jahr ins Haus im Dorf Kundby eingezogen. Informationen über weitere Hintergründe gibt es bislang nicht.

TV2 meldet Donnerstagmorgen, dass das Mädchen nach dem Paragraphen 136 im Strafgesetzbuch angeklagt werden soll, der u.a. die Billigung von Terror umfasst. Aus „fahndungstaktischen Gründen“ könne die Polizei keine weiteren Informationen veröffentlichen.

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