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Nach Teenager-Tod in USA : Ferguson auf Twitter: „Abscheuliche Heuchler“

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Seit den tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Teenager herrscht Ausnahmezustand in der US-Kleinstadt. Nun wurden zwei deutsche Journalisten festgenommen. Auch auf Twitter steht die Polizei unter heftiger Kritik.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 11:33 Uhr

Die US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri kommt nach dem Tod eines schwarzen Teenagers nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Dienstag kam es erneut zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Als einige von ihnen mit Glas- und Plastikflaschen warfen und versuchten, eine Straße zu blockieren, setzte die Polizei nach Angaben des US-Senders CNN Tränengas und Blendgranaten ein. Augenzeugen berichteten auch von Schüssen. Journalisten kommentierten, das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei erinnere an Kriegstaktik. Über das Geschehen wird auch auf Twitter berichtet. So auch ARD-Reporter Ingo Zamperoni:

Zamperoni berichtet auch über den Einsatz von Tränengas:

Wie die  Polizei vorgeht, beschreibt auch ZDF-Reporter Christoph Röckerath:

Diesen Twitterer erinnert das, was in Ferguson passiert, an Krieg:

Viele Journalisten sind vor Ort, um über die zugespitzte Lage zu berichten. Am Morgen dann die Meldung: Bei der Berichterstattung über die Proteste wurden zwei deutsche Journalisten vorübergehend von der Polizei festgenommen. Laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ wurden Ansgar Graw und Frank Herrmann am Montag in Handschellen abgeführt und ins Gefängnis gebracht. Drei Stunden später wurden sie freigelassen. Hintergrund der Festnahme soll dem Bericht zufolge eine Aufforderung der Polizei gewesen sein, auf einer fast menschenleeren Straße nicht stehenzubleiben. Die beiden Deutschen versicherten, der Aufforderung gefolgt zu sein. Die Vorwürfe seien „völlig absurd“, hätten Journalisten einschüchtern und von ihrer Arbeit abhalten sollen, sagte Hermann. Die Polizei habe die Berichterstattung verhindern wollen, sagte Graw, und sprach von einer „eklatanten Verletzung der Pressefreiheit“.

Später wird bekannt, dass auch Der „Bild“-Reporter Lukas Hermsmeier bei einem Einsatz während der Proteste in Ferguson von der Polizei festgenommen wurde. Der 26-Jährige befinde sich an einem unbekannten Ort und solle in das Gefängnis von St. Louis gebracht werden, teilte „Bild“ am Dienstag mit.

Auch die Verhaftungen greifen die Nutzer auf Twitter auf. Empörung macht sich breit. Wer also über das Geschehen berichtet, wird verhaftet?

Die Polizei als Freund und Helfer? Gegenteiliges ist der Fall, meint dieser Twitterer. Er hat Angst vor den Polizisten. Ihre Handlung sei unvorhersehbar.

US-Präsident Barack Obama sagte zum Vorgehen der Ordnungshüter: „Es gibt keine Entschuldigung für unverhältnismäßige Härte der Polizei.“ Er kündigte an, dass Justizminister Eric Holder Ferguson besuchen werde, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Anwohner rief er dazu auf, friedlich zu bleiben.

Aber auch Obama und seine Regierung kommen in diesem Tweet nicht gut weg:

Auch dieser Nutzer ist wütend:

Seit den tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown vor zehn Tagen kam es in Ferguson immer wieder zu Protesten und Unruhen. Der 18-Jährige soll Polizeiangaben zufolge seinen Todesschützen bei einer Auseinandersetzung in sein Dienstfahrzeug gedrängt haben. Zeugen widersprachen hingegen der Version der Polizei. „Ich sah wie die Polizei ihn verfolgt hat, die Straße entlang und dann haben sie ihn niedergeschossen“, sagte die Zeugin Piaget Crenshaw dem Nachrichtensender CNN. Andere Augenzeugen hatten berichtet, der Jugendliche habe sich kurz vor seinem Tod ergeben und die Hände in die Höhe gehalten. Brown sei unbewaffnet gewesen.

(mit dpa-Material)

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