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Sexismus-Streit : Felix Baumgartner, eine Journalistin und sechs Osterhöschen

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Corinna Milborn kritisiert einen Ostergruß des Modelabels „Palmer“. Der ehemalige Extremsportler geht die 44-Jährige an.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 16:40 Uhr

Wien | Ein sexistisches Posting bei Facebook bringt dem Österreicher Felix Baumgartner einen Shitstorm ein. Der ehemalige Base-Jumper und Extremsportler griff eine Journalistin verbal an, nachdem diese einen Oster-Beitrag der Textilkette „Palmers“ kritisierte. Darin zeigte das Modelabel sechs sehr dünne Frauen, die nur einen Slip tragen. Dazu schrieb „Palmers“: „Unsere Osterhöschen“. Die Puls-4-Journalistin Corinna Milborn kritisierte, dass das Bild mit einer Ästhetik spiele, die an Menschenhandel erinnere. Sie schrieb auf Facebook: „Da ist man mal ein paar Tage offline und kehrt in eine Welt zurück, in der ein Unterwäschehersteller mit der Ästhetik eines Mädchenhändler-Tatorts wirbt. Na servas.“ Um diesen Beitrag geht es:

 

Baumgartner reagierte daraufhin auf Facebook und schrieb: „Schön, wenn sich zu Hause wieder einige sogar zu Ostern aufregen! Allen voran Puls-4-Infochefin und -Moderatorin Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder!“ Dazu ergänzte er: „Ich finde die Mädls weltklasse und springe da gerne mal dazwischen rein, auch ohne Fallschirm! Danke Palmers und liebe Grüsse aus L.A.“

Die Reaktionen auf Baumgartners Post blieben nicht aus. „Ich finde dich ziemlich scheiße lieber Felix! Bei so einem Post muss man einfach einspringen und sich wehren: Vielleicht solltest du anstatt eines Fallschirmes lieber mal ein U-Boot nehmen, untertauchen und deine Ansichten besser ganz schnell in den Grund des Ozeans vergraben“, schrieb eine Frau unter dem Beitrag. Sie bekam dafür über 1000 Likes.

Auch Corinna Milborn reagierte auf Felix Baumgartners Post. Sie veröffentlichte bei Facebook ein Statement mit Video und lädt ihn darin zu einem Gespräch in ihre Sendung „Pro und Contra“ ein. „Ich möchte mit Ihnen über Ihr Frauenbild und die Auswirkungen diskutieren. Sie sind ja schon aus dem All gesprungen, Sie sind also sicher nicht zu feig dafür - oder, um es in Ihrer Sprache zu sagen: Sie haben doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen. Ich freue mich darauf“, sagt Milborn.

 

Milborn attackiert Baumgartner auch dafür, dass er nicht auf ihre Kritik eingegangen ist. Er habe behauptet, Milborn hätte das Sujet wegen ihrer eigenen Figur kritisiert. „Ich wollte deswegen zunächst auch gar nicht darauf eingehen. Es haben aber so gut wie alle Medien Ihr Facebook-Posting aufgegriffen, und deswegen antworte ich jetzt doch: Was Sie da getan haben, ist nämlich sehr typisch. Sie haben nicht einen der Männer kritisiert, die das Sujet ebenso gesehen haben, sondern haben sich eine Frau herausgepickt. Und Sie sind nicht auf den Inhalt eingegangen, sondern haben zusammenhanglos mein Aussehen, meinen Körper thematisiert.“ Das würde Frauen dauernd passieren, und es treffe alle, sagt Milborn. Zu hübsch, um ernst genommen zu werden, zu blond, um gescheit zu sein, zu sexy oder zu unweiblich, zu stark geschminkt oder zu hässlich, zu dünn oder zu dick.

Tatsächlich hatte auch Nikolaus Kern, Sohn von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Mitglied der „Sektion ohne Namen“, gesagt, er fühle sich an einen „Menschenhändlerring“ erinnert.

 

Felix Baumgartner hat bislang noch nicht auf Milborns Statement reagiert.

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