Bildbearbeitung extrem : Familienfotos einer Profi-Fotografin werden viraler Hit

Eine Profi-Fotografin soll diese nachbearbeiteten Fotos abgeliefert haben.
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Eine Profi-Fotografin soll diese nachbearbeiteten Fotos abgeliefert haben.

Weil das Licht nicht so gut war, bearbeitet die Fotografin die Fotos. Auftraggeberin Pam Zaring stellt sie ins Netz.

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15. Januar 2018, 10:57 Uhr

Wer es beherrscht, für den ist das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop eine Wunderwaffe. Die Amerikanerin Pam Zaring machte nun die Erfahrung, was passiert, wenn jemand die Software nicht beherrscht. Sie hatte eine Fotografin beauftragt, Bilder von sich und ihrer Familie im Park zu machen. In einem Facebook-Post zeigte sie nun aller Welt das Ergebnis.

 

Sie schrieb dazu: „Okay, das ist kein Witz. Wir haben der Fotografin – sie sagte sie sei ein Profi – 250 Dollar für ein Familien-Shooting gezahlt. Seht euch die Original-Fotos an, die sie uns geschickt hat. Sie erklärte uns, die Schatten wären an diesem wunderschönen, klaren und sonnigen Tag sehr schlecht gewesen. Ihr Mentor habe ihr allerdings nie beigebracht, Fotos zu retouchieren. Teilt die Bilder. Ich habe seit Jahren nicht mehr so gelacht. Das kann man nicht erfinden. Und nochmal: Das ist kein Witz. Fertiges Produkt.“  Ihr Beitrag mit insgesamt sechs Fotos wurde bereits über 377.000 Mal geteilt und tausendfach kommentiert.

Die Art der Bildbearbeitung hat eine Welle an Nachahmern gefunden.
Foto: Screenshot/Facebook/pam.richardcoones
Die Art der Bildbearbeitung hat eine Welle an Nachahmern gefunden.
 

Doch kann jemand tatsächlich so schlechte Bilder abliefern? Ist die virale Geschichte wirklich wahr – oder nur ein Marketing-Trick? Die Fotos haben ein Wasserzeichen. Dort heißt es „Imagery by Lesa Hall“. Eine Google-Suche findet einen Account im Berufsnetzwerk LinkedIn. Demnach lebt die Fotografin in St. Louis, Missouri. Auch Familie Zaring stammt aus Missouri. Doch ob die Fotos tatsächlich von Hall stammen, lässt sich nicht nachvollziehen. Eine Facebookseite „Lesa Hall Photography“ ist nicht mehr aufrufbar und wurde offenbar gelöscht. Dafür gibt es eine offensichtliche Parodie-Seite. „Imagery by Lesa Hall“ gefällt mittlerweile 387 Facebook-Nutzern. Viele Nutzer in sozialen Netzwerken fühlen sich dieser Tage inspiriert und veröffentlichen eigene Fotos im Stile der Zaringschen Familienfotos. Auf Youtube finden sich bereits Tutorials, wie man seine Bilder im Stile von Lesa Hall bearbeitet. Auch Jan Böhmermann und das Neo Magazine Royale sprangen auf den Zug auf.

 

Die Geschichte erinnert an eine 80-Jährige, die vor ein paar Jahren ein Bild in einer Kirche „restaurierte“ und dabei vollkommen zerstörte. Das 100 Jahre alte „Ecce Homo“ wurde zu einem weitverbreiteten Internet-Meme.

Aus dem bröckelnden Jesus-Bild wurde ein buntes Etwas.
Foto: dpa
Aus dem bröckelnden Jesus-Bild wurde ein buntes Etwas.
 
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