Nach Rassismus-Vorwürfen : Familie des H&M-Kindermodels erlebt Anfeindungen

<p>Dieses Werbefoto sorgte für eskalierende Proteste in Südafrika.</p>
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Dieses Werbefoto sorgte für eskalierende Proteste in Südafrika.

Ein Werbefoto wird als rassistisch kritisiert, es folgen ausartende Proteste – und am Ende zieht die Familie um.

shz.de von
17. Januar 2018, 15:25 Uhr

Stockholm | Es geht um ein als rassistisch kritisiertes Werbefoto: Darauf trägt ein schwarzer Junge einen Pulli mit der Aufschrift "Coolster Affe im Dschungel". In Südafrika haben Demonstranten gegen H&M protestiert und in einigen Läden der Modekette Verwüstungen angerichtet. Das schwedische Unternehmen schloss daraufhin vorübergehend die Läden in dem Land. Aber auch die Familie des Jungen hat mit Anfeindungen zu kämpfen.

Gegenüber der britischen BBC sagte Terry Mango, die Mutter des fünfjährigen Jungen, die Familie sei aus Sicherheitsbedenken aus ihrem Haus in Stockholm ausgezogen. Zuvor hatte sie das Modehaus in Schutz genommen: „Ich weiß, dass Rassismus existiert, aber der Pulli ist für mich kein Ausdruck von Rassismus“. Daraufhin wurde sie selbst angefeindet. Sie sei eine Schande für schwarze Menschen und habe ihren Sohn verkauft.

Das Unternehmen hatte das Bild vergangene Woche zurückgezogen und sich dafür entschuldigt. H&M glaube stark daran, dass Rassismus und Vorurteile, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, inakzeptabel seien – das betonte die Modekette erneut am Samstag.

In mehreren H&M-Läden in Südafrika kam es am Samstag bei den Demonstrationen zu Zwischenfällen. In einem Einkaufszentrum in der Nähe von Johannesburg seien Menschen in einen Laden der Modekette gedrungen und hätten Gegenstände gestohlen, teilte die Polizei auf Twitter mit. Polizisten seien mit Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgegangen.

In einem Video der Nachrichtenseite eNCA waren umgeschmissene Schaufensterpuppen und Kleidständer, kaputte Spiegel und am Boden liegende Kleidungsstücke in einem Laden zu sehen. Bilder der Nachrichtenseite News24 zeigten Demonstranten, die Schilder mit der Aufschrift „Hass und Rassismus haben keinen Platz in diesem demokratischen Land“ hochhielten.

Bei den Demonstrationen seien keine Kunden oder Mitarbeiter verletzt worden, teilte H&M mit. Die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden gehe aber vor. Am Sonntag waren einige Läden der Modemarke wieder geöffnet, allerdings mit erhöhter Sicherheit. Vor einem H&M-Laden in einem Shoppingzentrum in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg waren vier Sicherheitskräfte stationiert, wie ein dpa-Reporter berichtete.

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