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Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern : Fahrbahn an gesperrtem A20-Abschnitt weggebrochen

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Die Fahrbahn war über Wochen abgesackt und wurde gesperrt. Jetzt ist auf der A20 ein meterlanges Stück abgerutscht. Eine Vollsperrung ist wohl nicht nötig.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 08:30 Uhr

Tribsees | Auf einem von der Polizei Stralsund am Montag verbreiteten Foto ist zu sehen, dass die Autobahn A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern auf einer Länge von 100 Metern bis über die Fahrbahnmitte hinaus zerbrochen und abgerutscht ist. In diesem Abschnitt sei ein riesiges Loch von etwa von 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und 2,50 Metern Tiefe entstanden. Insgesamt seien etwa 1000 Kubikmeter Erde weggesackt, hieß es. Betroffen ist die Fahrbahn in Richtung Lübeck, die Strecke in Richtung Stettin bleibe weiter befahrbar, teilte die Polizei mit.

Die A20 Lübeck-Stettin war das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10 und gilt bei Tribsees als Hauptverkehrsader in Ost-West-Richtung.

Die Umleitung für den Verkehr Richtung Westen über die Gegenfahrbahn sei nun aber nicht mehr möglich, Reisende müssten zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Sanitz auf die Landstraße ausweichen. Allerdings zeichnet sich da möglicherweise ein neues Problem ab. An der direkt neben der Autobahn laufenden Umleitungsstrecke in Richtung Bad Sülze gibt es auch Verwerfungen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Vom Ministerium hieß es, dass die Schäden keineswegs mit dem auf der Autobahn vergleichbar seien. Diese Schäden sollen in der kommenden Woche behoben werden.

Trotz der massiven Absenkung hält ein Gutachter eine Vollsperrung für nicht notwendig. Er sehe keine akute Gefährdung des Verkehrs auf der verbleibenden einen Fahrspur auf der Gegenfahrbahn, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin am Dienstag mit. „Deshalb soll der Verkehr dort zunächst aufrechterhalten werden.“ Vermesser des Landesamtes kontrollierten zweimal täglich mit Höhenmessungen die Fahrbahnoberfläche.

 

Ein Teil der Ostsee-Autobahn war Ende September unerwartet gesperrt worden, nachdem die Fahrbahn in Richtung Westen auf rund 100 Metern Länge etwa einen halben Meter abgesackt war. Die Gründe sind noch unklar und werden derzeit untersucht. Am Dienstag soll ein Bodengutachter das betroffene Teilstück in Augenschein nehmen, teilte das Verkehrsministerium mit.

Das Absinken war bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber nicht in dem Ausmaß. Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich ab, vorher war es ein halber Zentimeter. Die auf dem gleichen Baugrund stehende Fahrbahn in Richtung Osten, also zu den Ostseeinseln Rügen und Usedom sowie nach Stralsund und Stettin, stehe dagegen stabil, hieß es Ende September.

Grund für die Probleme ist nach früheren Angaben von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), dass die Autobahn über einer sogenannten Torflinse verläuft. Diese sei beim Bau mit vielen kleinen Betonkernen stabilisiert worden. Es müsse geklärt werden, ob diese Kerne die Last nicht gehalten haben.

Gemeinden leiden unter Umleitungsstrecke

Der Bau der Autobahn war im Dezember 2005 nach elf Jahren Bauzeit abgeschlossen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schnitt nahe des nun abgebrochenen Teilstücks das Band durch. Der Sprecher des deutschen Autobahnplaners Deges, Michael Zarth, bekräftigte, dass die Autobahn auf dem Stand der damaligen Technik und des Regelwerks gebaut worden sei.

Unterdessen leiden die Gemeinden an der Umleitungsstrecke unter dem Verkehr. Anke Haß vom Amt Recknitz-Trebeltal in Bad Sülze berichtete von einer gefühlten Verfünffachung des Verkehrsaufkommens in den Ortschaften entlang der Umleitungsstrecke. Bad Sülze hat eine Umgehungsstraße und bekomme weniger mit. Das große Problem entstehe nun für die Fußgänger und Radfahrer, die in diesen Dörfern die Straße queren müssen. Für sie müssten dringend Ampeln aufgestellt oder eine andere Lösung gefunden werden, sagte Haß.

Sie ist sich mit dem Vize-Bürgermeister von Sanitz, Ralf Höring, einig, dass sich an der Mehrbelastung für die Einwohner wenig machen lasse. „Was sollen wir dagegen tun? Das müssen wir tapfer ertragen“, sagte Höring. Der zusätzliche Verkehr bedeute mehr an Toleranz und an Zeit.

Ein Sprecher des Landkreise Rostock, sagte, dass mit dem Landesstraßenbauamt Stralsund die Optimierung des Verkehrsflusses abgestimmt werde. Dazu sollen Ampelschaltungen entlang der Umleitungsstrecke angepasst werden.

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