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Bruchlandung bei Röm : F-16-Kampfjet: Pilot erzählt im Video von dramatischen Sekunden

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Es waren bange Minuten, die der Pilot in seiner Maschine Ende Oktober erleben musste. Warum der Jet defekt war, ist noch immer ein Rätsel.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 07:19 Uhr

Skrydstrup | In einem etwa einstündigen Video berichtet der Pilot der Fighter Wing Skrydstrup, der kurz nach einem Trainingsflug am 27. Oktober westlich von Röm eine kontrollierte Bruchlandung einleiten musste, von den dramatischen Momenten dieses Tages. Aus Sicherheitsgründen tritt der F-16-Kampfpilot nur unter seinem Pilotennamen HED auf.

Bereits kurz nach dem Abheben ging der Alarm vom Tower ein, wo man Rauchbildung am hinteren Verbrenner des Kampfjets gesichtet hatte. Und: Das linke Hauptrad des Fahrgestells hatte sich quer gestellt; Teile des Fahrwerks hingen etwa einen halben Meter unter dem Rad. Eine Notbremsung war keine Option, da auch ein Teil dieser Anlage defekt war. In ständigem Kontakt mit dem Tower sowie zum Hersteller des Kampfjets, Lockheed Martin, setzten Piloten und Techniker der Airbase alles daran, den allerletzten Ausweg, eine kontrollierte Bruchlandung, zu vermeiden.

HED arbeitete die gesamte Checkliste ab, hatte sich im Stillen indes längst auf einen Ausstieg mit dem Schleudersitz eingestellt, wie er berichtet. Er lenkte seine Maschine über die Nordsee, westlich von Röm; ein Rettungshelikopter der Fighter Wing war bereits vor Ort. Als HED letzten Endes den Schleudersitz betätigte, ging alles sehr schnell – nicht aber im Kopf des Piloten: Es habe wie eine halbe Ewigkeit angemutet – und als bekäme man einen Tritt von einem Elefanten in den Hintern, erzählt HED in dem Video: „Ein Gefühl, als würde man tausend Stücke gerissen werden!“

HED gelang die Landung indes relativ unbeschadet – von einer leichten Gesichtsverletzung durch das Visier des Helmes einmal abgesehen. Drei Minuten nach dem Ausstieg saß er in einem Gummiboot, das sich als Teil der Rettungsausstattung planmäßig aufgeblasen hatte. Die Havariekommission der Luftwaffe hat inzwischen u. a. Wrackteile, Instandhaltungsstatus, Wetterverhältnisse und den Zustand der Landebahn unter die Lupe genommen. Doch die Experten rätseln ungeachtet dessen weiter über die Ursache der Havarie und kommen zu dem Schluss, dass die geborgenen Wrackteile einen guten Ausgangspunkt für die weiteren Ermittlungen bilden.

Präventiv hat  die Luftwaffe unterdessen Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet, die u. a.  zusätzliche Inspektionen von bestimmten Teilen des Fahrgestells  umfassen. Auf die Operationsmuster der Luftwaffe werde all dies indes keinen Einfluss haben, wie es heißt Der Bericht der Havariekommission wird voraussichtlich Ende April 2016 vorliegen.

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