Ingolf, Barbara oder Judith – wer siegt? : Experte: Das „Let's Dance“-Finale 2018 gewinnt nicht der Beste

Diese drei Paare stehen im Finale von „Let's Dance 2018“: Barbara Meier und Sergiu Luca, Ingolf Lück und Ekaterina Leonova sowie Judith Williams und Erich Klann.
Diese drei Paare stehen im Finale von „Let's Dance 2018“: Barbara Meier und Sergiu Luca, Ingolf Lück und Ekaterina Leonova sowie Judith Williams und Erich Klann.

Ingolf, Barbara oder Judith? Wer gewinnt „Let‘s Dance“? Wir fragen den Weltmeister und Ex-Juror der Show Michael Hull.

shz.de von
08. Juni 2018, 13:17 Uhr

Let's Dance 2018: das kuriose Finale

Am Freitag endet die elfte Staffel von „Let's Dance“. Und im Finale stehen Tänzer, die niemand vorhergesehen hätte. Schon die Unternehmerin Judith Williams, bekannt aus der Vox-Show „Höhle der Löwen“) wäre der älteste „Dancing Star“ aller Zeiten. Bislang hält der Fußballer Hans Sarpei den Rekord, der „Let's Dance“ 2015 wenige Tage vor seinem 39. Geburtstag gewann. Mehr als zwei Jahrzehnte älter ist der Entertainer Ingolf Lück, der als 60-Jähriger antritt. Nur die einstige GNTM-Siegerin Barbara Meier passt mit 31 Jahren ins Schema der bisherigen Finalisten; aber auch ihr Sieg hätte eine kuriose Seite: Meier war in der fünften Show schon ausgeschieden und kehrte nur als Ersatzkandidatin für den verletzten Jimi Blue Ochsenknecht zurück. (Polanc verteidigt Iris gegen Llambi: „Wer sich den Arsch aufreißt, kann das auch von anderen erwarten!“)

<p>Der mehrfache Tanzweltmeister Michael Hull saß in den ersten beiden Staffeln von 'Let's Dance' neben Joachim Llambi am Jury-Pult.</p>
Andre Havergo

Der mehrfache Tanzweltmeister Michael Hull saß in den ersten beiden Staffeln von "Let's Dance" neben Joachim Llambi am Jury-Pult.

 

Michael Hull bilanziert „Let‘s Dance“

„Was hier passiert ist, hätte im Vorfeld absolut gar keiner geahnt“, sagt Michael Hull zum Finale. Der mehrfache Weltmeister kennt sich aus; in den ersten beiden Staffeln der Show saß er selbst neben Joachim Llambi am Jury-Pult. „Die Ältesten zeigten, wo es lang geht“, sagt Hull nun und begrüßt ihren Erfolg als Motivation: „Trotz ihres hohen Alters hat ihr Ehrgeiz es ermöglicht, Neues zu lernen und gute Leistungen zu erzielen.“ Zugleich schränkt Hull ein: Im tänzerischen Niveau blieb die elfte Staffel für ihn hinter dem Vorjahr zurück - Was Vanessa Mai und Gil Ofarim damals zeigten, bleibt unerreicht: „Das Level war 2017 weitaus höher. Diesmal sind die Qualitäten anders gelagert als bei anderen ‚Let‘s Dance‘-Jahrgängen“, so Hull. „Die Stärke der aktuellen Finalisten liegt in ihrem hohen Sympathiewert: Ihre Freude, die sie auch verbal ausdrücken, erfreut auch die Zuschauer vehement!“ (Zoff bei „Bachelor in Paradise“: Sebastians Management fordert Vertragsstrafe für Janika)

<p>Ingolf Lück und Ekaterian Leonova stehen im Finale von 'Let's Dance 2018'.</p>
RTL, Stefan Gregorowius

Ingolf Lück und Ekaterian Leonova stehen im Finale von "Let's Dance 2018".

Unberechenbares Publikum

Auch das hat zum Überraschungsfinale geführt: Noch letzte Woche hatte das Publikum mit Julia Dietze im Telefon-Voting ausgerechnet die Kandidatin abgewählt, die von der Jury die meisten Punkte bekommen hatte. Auch die vielen Verletzungen haben die Staffel unberechenbar gemacht: Die Kandidaten Ochsenknecht und Bela Klentze schieden wegen gesundheitlicher Probleme aus; sogar Klentzes Profi-Partnerin Oana Nechiti setzte einmal aus. Überfordert das Leistungsniveau der Show die untrainierten Promi-Tänzer? Hull: „Die Verletzungen waren in dieser Staffel sehr zahlreich, und ja: Für einen Laien stellen die komplexen rhythmischen Abläufe eine echte Belastung dar: Ein nicht trainierter Körper kann das nicht lange umsetzen.“

<p>Er übernimmt bei 'Let's Dance' seit elf Staffeln die Schurkenrolle: Ist Joachim Llambi (rechts) zu hart?</p>
MG RTL D / Guido Engels

Er übernimmt bei "Let's Dance" seit elf Staffeln die Schurkenrolle: Ist Joachim Llambi (rechts) zu hart?

 

War Joachim Llambi zu hart?

Verletzend kann natürlich auch schon das Jury-Urteil sein. Joachim Llambi, dem in der „Let’s Dance“-Dramaturgie die Schurkenrolle zukommt, hat der Schauspielerin Iris Mareike Steen einmal sogar sein Urteil verweigert, so schlecht fand er ihren Tanz. „Unwürdig“ nannte ihr Profi Christian Polanc das nach der Show. Was sagt Hull zu Llambis Spitzen? „Die Aussagen zu Iris waren ungerecht und zu scharf zugespitzt! Es ist wohl Llambis Rolle, so aufzutreten. Trotzdem macht der Ton die Musik. Man kann positive, begleitende und motivierende Kritik ausüben, ohne die Beteiligten bloßzustellen.“ Generell, erinnert Hull, sind nicht nur die Tänzer Laien; auch die Bedingungen, unter denen sie – mitunter nach einem vollen Arbeitstag – trainieren, sind nicht die von Profi-Sportlern. „Die Promis lassen sich auf glattes Parkett ein und alle haben sich gut entwickelt. Das ist auch eine tolle Arbeit der Profis, die ebenfalls unter hohem Zeitdruck ihr Bestes geben. Bei der Bewertung kann man niemals den Maßstab eines Profiturniers anlegen.“  („Mit 50 ist Schluss“: Im Exklusiv-Interview packt Bachelor Paul Janke aus)

Die Neue bei „Let‘s Dance“: Victoria Swarovski

Gut gefallen hat Michael Hull der Auftritt von Victoria Swarowski. Nach ihrem Sieg in der neunten Staffel hat die Sängerin nun Sylvie Meis als Moderatorin abgelöst. „Klar, brauchte Victoria Swarovski bei der ersten Sendung Welpenschutz“, meint Hull. „In den folgenden Shows erlebte man aber eine gewaltige Steigerung. Sie übernahm im Vergleich zu Meis viel mehr Moderationsaufgaben und ich habe ihr gern zugehört. Zum Glück waren ihre Kommentare niemals unter der Gürtellinie!“ Bleibt die alles entscheidende Frage: Wer siegt? „Das frage ich mich selbst“, antwortet Hull und vermutet: Diesmal wird der Sieg nicht unbedingt an den Besten gehen: „Ich glaube, diesmal gewinnt der Kandidat mit der größten Fanbase.“

Das „Let’s Dance“-Finale läuft am Freitag, 8. Juni, ab 20.15 Uhr auf RTL.

Alle Sender-Infos zu „Let‘s Dance 2018“ im Special auf rtl.de

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