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Verbrecherkartei von Europol : Europas „Most Wanted“ auf einen Blick im Netz

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45 Verbrecherfotos wie im Krimi: Europas meistgesuchte Verbrecher sind vereint auf einer Website. Bürger sollen der Polizei helfen. Nur ein Mausklick - und man schaudert.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 14:49 Uhr

Den Haag | Die Steckbriefe von 45 meistgesuchten Verbrechern Europas sind im Internet auf einer Website veröffentlicht worden. Bürger in der Europäischen Union sind mit der Website „Europe's Most Wanted“ aufgerufen, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen, wie Europol am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Initiative geht von allen 28 EU-Staaten und ENFAST aus, einem Netzwerk europäischer Polizeibehörden, das sich die Ergreifung Schwerkrimineller zum Ziel gesetzt hat. Europol unterstützt die Initiative. Bislang beteiligen sich Polizeibehörden aus 23 EU-Mitgliedsstaaten. Sie haben die mutmaßlichen Verbrecher aus ihren jeweiligen Ländern für diese Liste ausgewählt.

Durch die Veröffentlichung von Bildern hofft die Polizei, den Tätern auf die Spur zu kommen. In der Vergangenheit haben nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung zur Ergreifung von Tätern geführt.

In 17 Sprachen sind die Informationen der Polizei zu lesen, dazu wurden die Fotos von mutmaßlichen Mördern, Sexualverbrechern, Betrügern und Terroristen gestellt. Eine Rangliste soll diese Website nicht sein. Die Reihenfolge der Steckbriefe ändert sich willkürlich bei jedem erneuten Aufruf.

Wer sind diese 44 Männer und eine Frau? Der zur Zeit Bekannteste ist sicherlich Salah Abdeslam. Der Franzose nordafrikanischer Herkunft, 26 Jahre alt, sei „verantwortlich für die Anschläge in Paris am 13. November“, liest man nach einem Doppelklick mit der Maus. „Sehr gefährliches und bewaffnetes Individuum“, wird noch gewarnt.

„Können Sie helfen?“, werden Besucher der Website gefragt. Sie können eine Nachricht hinterlassen, auch anonym, die dann direkt an die zuständige Polizeidienststelle weiter geleitet wird. Manche Fotos haben einen roten Balken mit der Aufschrift „Belohnung“.

Es sind typische Verbrecherfotos, wie man sie aus Krimis oder Steckbriefen in Polizeidienststellen kennt. Aber auch verschwommene Kamera-aufnahmen oder uralte Passfotos.

 

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