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Frost im April : Es ist zu kalt für Erdbeeren: Die Ernte läuft schleppend an 

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Der Frost im April hat den Früchten nicht gut getan. Auf Freilandware müssen die Kunden noch einige Wochen warten.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 18:45 Uhr

Berlin | Die kühlen Temperaturen verzögern in diesem Jahr den Start in die Erdbeerernte. Freilandfrüchte werden in vielen Regionen erst im Juni zu haben zu sein, machten Erzeuger in dieser Woche deutlich. In Süddeutschland begann unterdessen die Saison. Neben Importware kommen nun Erdbeeren in die Ladenregale, die hierzulande unter Folientunneln gewachsen sind.

Erste Preismeldungen für deutsche Erdbeeren liegen zwischen vier und fünf Euro pro 500 Gramm. Freilanderdbeeren sind in der Regel günstiger. Ob Verbraucher dieses Jahr insgesamt mehr für die roten Früchte ausgeben müssen, ist deshalb noch offen.

Noch ist unklar, ob das Angebot kleiner ausfällt. „Das Wetter verzögert die Reifung“, erklärte Gartenbau-Expertin Eva Würtenberger von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn. „Sobald es warm wird, reifen die Erdbeeren nach.“ Wie viele es werden, hänge auch von der Regenmenge ab und davon, wie gut die Blüten bestäubt wurden.

Viele Anbauregionen klagen über Frostschäden an den Blüten. Der Verband der rheinischen Obst- und Gemüseanbauer rechnet damit, dass 30 Prozent betroffen sind. In Nordrhein-Westfalen beginnt die Saison drei Wochen verspätet erst kommende Woche. Im größten Anbauland Niedersachsen ernten die Bauern voraussichtlich Ende Mai die ersten Erdbeeren, die unter Vlies wachsen, Mitte Juni dann Freilandfrüchte.

Es gilt: Je weiter südlich das Anbaugebiet in Deutschland liegt, desto früher die Ernte. Weil die Pflanzen im Süden früher blühen, hat dort aber auch der Frost größere Schäden angerichtet.

Durchschnittlich verzehrt jeder Deutsche etwa 3,1 Kilogramm Erdbeeren pro Jahr, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 143.000 Tonnen geerntet, weitere 115.000 Tonnen kamen aus dem Ausland, vor allem aus Spanien. In Deutschland wachsen immer mehr Erdbeeren unter Glas und Folientunneln. Sie bedecken inzwischen knapp sieben Prozent der Anbaufläche.

Nach den milden Temperaturen im Februar und März waren die Erdbeerbauern eigentlich von einem frühen Erntebeginn ausgegangen - der April machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Mancherorts deckten sie ihre Felder doppelt mit Vlies ab oder beregneten die Pflanzen, um einen isolierenden Eispanzer zu schaffen.

So manche Blüte sei erfroren, sagte Hans Lehar, der Geschäftsführer der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden, wo seit etwa zwei Wochen Erdbeeren in Hochtunneln gepflückt werden. Wie groß das Ausmaß ist, lässt sich aber noch nicht abschätzen. „Die Pflanzen können noch weitere Blüten hervorbringen, davon hängt der Ertrag ab.“

Damit im Sommer viele, gute Erdbeeren geerntet werden können, sei Sonne im Juni nötig, sagte Kern- und Steinobstberater Joerg Hilbers vom Obstbauversuchsring des Alten Landes.

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