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Ertrinkende retten: Helfer dürfen sich nicht überschätzen

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Bad Nenndorf (dpa/tmn) - Droht eine Person zu ertrinken, sollten Anwesende an Land die eigenen Kräfte nicht überschätzen. Es kann gefährlich werden, wenn jemand einfach ins Wasser springt, ohne die richtigen Handgriffe zu kennen.

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erstellt am 30.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Bad Nenndorf (dpa/tmn) - Droht eine Person zu ertrinken, sollten Anwesende an Land die eigenen Kräfte nicht überschätzen. Es kann gefährlich werden, wenn jemand einfach ins Wasser springt, ohne die richtigen Handgriffe zu kennen.

Befindet sich eine Person in akuter Gefahr zu ertrinken, sei es für Personen in der Nähe des Unfallorts am sichersten, zuerst über 112 den Notruf zu alarmieren. Das sagte Jörg Jennerjahn von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Als erste schnelle Hilfe bietet sich an, dem Ertrinkenden zum Beispiel einen Rettungsring zuzuwerfen, wenn einer in der Nähe befindet.

Zurückhaltung ist vor allem angesagt, wenn zwei oder drei Personen im Wasser in eine Notlage geraten: «Schwimmt da ein Einzelner hin, sind schnell vier in Bedrängnis», sagte Jennerjahn, der bei der DLRG das Referat für Ausbildung und Medizin leitet. In dieser Situation gehe der Eigenschutz vor.

Laut der aktuellen DLRG-Statistik sind im vergangenen Jahr 383 Menschen ertrunken. Damit ging die Zahl zurück: 2011 kamen in Deutschland insgesamt 410 Menschen beim Schwimmen ums Leben. Insgesamt retteten die ehrenamtlichen DLRG-Mitarbeiter 2012 411 Menschen vor dem Ertrinken.

Oft sei es nur sehr schwer zu erkennen, ob ein Mensch zu ertrinken droht. «Das läuft selten laut ab.» Häufiger sei das sogenannte leise Ertrinken, ausgelöst durch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Der Körper versinke dann einfach im Wasser. Dann ist es laut Jennerjahn reine Glückssache, ob jemand genau in diesem Moment hinschaut.

Wer ein guter Schwimmer ist und die Tiefe des Gewässers abschätzen kann, darf in einer Notsituation natürlich selbst aktiv werden. Ist die Person im Wasser nur erschöpft, aber noch bei Bewusstsein, sollte sie vorsichtig von hinten angeschwommen werden. «So wird vermieden, dass sich einer an den anderen klammert und ihn hinunterzieht», erklärte Jennerjahn.

Gut sei, beruhigend auf den anderen einzureden und ihm etwas zu geben, woran er sich festhalten kann. Ist kein Rettungsring griffbereit, kann das auch ein Surfbrett oder ein Schlauchboot sein. In jedem Fall sollte die Person begleitend so schnell wie möglich an Land gebracht werden.

Ist der Betroffene nicht mehr bei Bewusstsein und möglicherweise schon unter Wasser, sollte er an Kopf, Hals oder den Achseln gepackt und in einem Schleppgriff ebenfalls schnell aufs Trockene gebracht werden. Die Technik lässt sich in speziellen Schwimmkursen lernen.

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