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Hessen : Ermittler: Mutmaßlicher Serienmörder entnahm Opfer Organe

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Hat ein Serienmörder in der Rhein-Main-Region jahrelang getötet? Die Ermittler des hessischen Landeskriminalamtes stellen in Wiesbaden neue Hinweise zu insgesamt sechs Fällen vor.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 15:36 Uhr

Der mutmaßliche Serienmörder aus Hessen hat zumindest einem seiner Opfer Organe entnommen. Dieses spezielle „Verletzungsbild“, welches bei der zerstückelten Frauenleiche in seiner Schwalbacher Garage festgestellt wurde, sei auch bei fünf weiteren Morden in den vergangenen Jahrzehnten gefunden worden, sagten die Ermittler am Donnerstag in Wiesbaden. Im Computer des Mannes seien außerdem Dateien mit Abbildungen sexueller Gewaltfantasien gefunden worden, die „fast eins zu eins“ den Verletzungen bei den mutmaßlichen Opfern entsprochen hätten.

Der mutmaßliche Serientäter aus dem Taunus wird von der Polizei als „ganz normaler Familienvater“ beschrieben. Er sei bis zu seinem Tod 2014 im Alter von 67 Jahren polizeilich nicht aufgefallen, sagte Ermittler Frank Hermann am Donnerstag in Wiesbaden.

Der inzwischen gestorbener Mann aus Hessen könnte für eine Mordserie in Hessen verantwortlich gewesen sein. Nachdem die Ermittler im September 2014 in einer Schwalbacher Garage eine zerstückelte Frauenleiche gefunde hatten, prüfen die Ermittler einen Zusammenhang zwischen dem Fall einer 2014 gefundenen zerstückelten Frauenleiche und einem 1998 getöteten 13-Jährigen sowie vier getöteten Prostituierten, wie das Hessische Landeskriminalamt mitteilte. Diese Morde aus den Jahren 1971, 1991 und 1993, waren nie aufgeklärt worden. Der Verdacht, dass der Mann ein Serienmörder gewesen sein könnte, war bereits im vergangenen Dezember aufgekommen - nun nannte das LKA die konkreten Fälle.

Die Polizei erhoffe sich von der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag Zeugenhinweise zu ungeklärten Taten. Wichtig seien etwa die Fragen, mit wem der verdächtige Rentner Manfred S., der 2014 im Alter von 67 Jahren gestorben war, Kontakt hatte, wo er unterwegs war und mit welchen Fahrzeugen, sagte der LKA-Sprecher.

Die Garage, in der eine Frauenleiche gefunden wurde, gehörte dem Rentner, der kurz zuvor gestorben war. Beim Ausräumen fanden seine Verwandten in zwei blauen Plastikfässern einen verwesten Kopf und weitere Leichenteile. Die Polizei geht davon aus, dass der Rentner für den Tod der Frau verantwortlich war.

Auch zum Fall „Tristan“ hat die Polizei Verbindungen hergestellt. 1998 war der 13-jährige Junge in Höchst getötet worden, der Täter wurde nie gefunden. „Die Art, in der die Tat begangen wurde, ist wie ein Verhaltens-Fingerabdruck für uns“, sagte ein Polizeisprecher. Wegen der besonderen Grausamkeit, mit der vorgegangen wurde, waren den Ermittlern Parallelen aufgefallen.

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