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Tag des Talkshow-Moderators : Erinnern Sie sich an diese 21 „Daily Talks“?

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Ihre große Zeit waren die 90er und 2000er. Doch was machen die ehemaligen Talkshow-Moderatoren heute? shz.de gibt Antworten.

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erstellt am 23.10.2017 | 00:00 Uhr

Berühmt geworden ist die Talkshow vor allem in den 1990er Jahren. Als zu Beginn des Jahrzehnts der sogenannte „Daily Talk“ die Fernsehbildschirme eroberte, begann ein regelrechter Hype, der erst Anfang der 2000er wieder abflaute. Unbekannte Menschen stritten sich täglich in der Mittagszeit über authentische und häufig sehr private Erlebnisse und Erfahrungen. Ein emotionaler Moderator, ein Thema, unbekannte Gäste, ein Publikum und ein bisschen Bühnendeko: Das Privatfernsehen erfand eine billige Methode, in der zuschauerschwachen Fernsehzeit von 11 bis 17 Uhr möglichst viele Zuschauer vor die Flimmerkiste zu locken. Was nach dem Hype kam, wissen die meisten: Gerichts-Shows und Scripted-Reality-Soaps. Am 23. Oktober ist der Tag des Talkshow-Moderators. Ein Grund, sich die Klassiker des Genres wieder in Erinnerung zu rufen. 

1. Hans Meiser

Hans Meiser im April 1998 in seiner gleichnamigen Talkshow.
Hans Meiser im April 1998 in seiner gleichnamigen Talkshow. Foto: Imago/teutopress

Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an die Sendung „Notruf“ mit Hans Meiser, aber wussten Sie, dass er auch eine Talkshow hatte? Auf RTL lief sein Talk von 1992 bis 2001. Der Quotenbringer Hans Meiser sorgte für den Beginn des Talkshow-Hypes bei den Privatsendern und war Vorreiter eines in Deutschland neuen Genres. RTL hatte zwischenzeitlich fünf dieser Sendungen im Angebot. Bei Hans Meiser ging es um Alltagsprobleme ganz normaler Bürger. Rund 1700 Sendungen wurden ausgestrahlt, bis der Hype der Talks Anfang der 2000er abflaute. Danach moderierte er an der Seite von Birgit Schrowange die Pannenshow „Live! Dumm gelaufen“ und hat seit 2013 auf Radio Regenbogen wieder eine Talkshow. Sie heißt „Talk of Town – die Hans Meiser Show“ und ist jeden Sonntag von 10 bis 13 Uhr auf Sendung.

Von 2015 an trat er in der Rubrik „Der kleine Mann“ bei „Neo Magazin Royale “ von Moderator Jan Böhmermann auf. Seit 2017 übernahm Meiser gelegentlich die Rolle des deutschen Bundespräsidenten Hans-Meiser Steinmeiser. Die Produktionsfirma beendete im Mai die Zusammenarbeit, nachdem bekannt wurde, dass Meiser für das rechtspopulistische Onlineportal „Watergate.tv“, das Verschwörungstheorien verbreitet, Spots eingesprochen hat.

2. Ilona Christen

Ilona Christen war für ihre markanten Brillen bekannt.
Ilona Christen war für ihre markanten Brillen bekannt. Foto: Imago/teutopress
 

Nachdem Ilona Christen von 1986 bis 1992 den ZDF-Fernsehgarten präsentierte, bekam sie 1993 ihre eigene Talkshow bei RTL. 1999 wurde die Show eingestellt, als die Produktionsfirma Insolvenz anmeldete. Ilona Christen war für ihre auffälligen Brillen bekannt und begeisterte ihre Zuschauer mit dem Talent zum Unterhalten. Seit 2000 war Ilona Christen nicht mehr berufstätig und lebte in der Schweiz. Mit 58 Jahren starb sie am 21. Juli 2009 durch eine Blutvergiftung. Zuvor war sie schwer gestürzt.

3. Fliege – Die Talkshow

Jürgen Fliege mit Gästen am 1. April 1996.
Jürgen Fliege mit Gästen am 1. April 1996. Foto: Imago/teutopress

Von 1994 bis ins Jahr 2005 war der Pfarrer Jürgen Fliege mit seiner Gesprächsrunde auf Sendung. Seit 1989 war er für Sat1 unterwegs. In seiner Talkshow, die vor allem älteres Publikum ansprechen sollte, waren häufig Fachleute zu Gast, die sich mit den Sorgen und Problemen anderer Gäste beschäftigten. Auch Prominente saßen auf Flieges Sofa, um über ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu sprechen. Fliege wurde oftmals kritisiert, dass er para- und pseudowissenschaftliche Heilverfahren, Produkte und Seminare als medizinische Revolutionen propagierte. Nach dem Ende der Talkshow moderierte er für das Bayerische Fernsehen, publizierte bis 2012 die Zeitschrift „Fliege – die Zeitschrift“ und veröffentlichte zahlreiche Bücher mit Titeln wie „Die Heilkraft des Wassers“. Weitere Kritik gab es für sein Wundermittel „Fliege-Essenz“, welches er durch Handauflegen und Beten erst zu einem Allheilmittel gemacht haben will. Der Verkauf wurde aufgrund des negativen Medienechos alsbald eingestellt.

Die ehemalige Sektenbeauftrage Hamburgs, Ursula Caberta, warf Fliege vor, Produkte und Methoden von Esoterik-Scharlatanen hoffähig zu machen. Sie rückte den Pfarrer in die Nähe der Scientology. Fliege verteidigte Kritik an seinen Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund uralter, christlicher Heilmethoden.

4. Vera am Mittag

Vera int Veen am 1. Oktober 1997 in ihrer Talkshow „Vera am Mittag“.
Vera int Veen am 1. Oktober 1997 in ihrer Talkshow „Vera am Mittag“. Foto: Imago/teutopress
 

Der Talk von Vera Int-Veen flimmerte von 1996 bis 2006 bei Sat1 über den Bildschirm. 2064 Sendungen gab es, die die Moderatorin selbst produzierte und die in den Babelsberger Filmstudios entstanden. Vera Int-Veen lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und wohnt heute in Potsdam. Sie moderiert auch heute noch. In „Verzeih mir“ sucht Int-Veen im Auftrag von Verwandten nach verschollenen Personen. Seit 2007 begleitet sie in „Schwiegertochter gesucht“ Männer, die noch bei Mutti wohnen und sich potenzielle Partnerinnen nach Hause einladen. Das Konzept feiert Erfolge. Mittlerweile läuft die elfte Staffel.

In die Schlagzeilen geriet Int-Veen mit der Sendung „Schwiegertochter gesucht“, als Jan Böhmermann in seiner Sendung „Neo Magazin Royale am 12. Mai 2016 einen Bericht zeigte, wonach sein Team einen Kandidaten in die Sendung eingeschleust hatte. Der unter dem Hashtag #Verafake bekannt gewordene Scoop deckte etwa Missstände bei der Bezahlung und der Behandlung der Kandidaten auf.

5. Arabella am Mittag

Moderatorin Arabelle Kiesbauer mit den Kanditatinnen zur Wahl der „Miss Arabella ProSieben 1998“ am Gardasee.
Moderatorin Arabelle Kiesbauer mit den Kanditatinnen zur Wahl der „Miss Arabella ProSieben 1998“ am Gardasee. Foto: Imago/APress
 

1994 bereits startete die Talkshow mit Arabella Kiesbauer auf Pro7. Bis 2004 sollte die Erfolgsgeschichte um die Moderatorin aus Wien andauern. In ihrer Talkshow „Arabella“ sorgte sie für Nachmittagsunterhaltung beim Zielpublikum. Was heute Assi-TV geschimpft wird, nahm unter anderem in „Arabella“ seinen Ursprung. Heftige Streits und Beleidigungen waren an der Tagesordnung. Als die Quoten einbrachen, wurde auf Laiendarsteller gesetzt, um die Themen spektakulärer zu machen. Kiesbauer war bereits damals dagegen.

Von 2012 bis 2014 moderierte sie den Kiddy Contest auf dem Sender PULS4. Beim österreichischen Sender ATV steht sie für die Doku-Soap „Bauer sucht Frau“ als Moderatorin vor der Kamera. Auch beim ESC 2015 in Wien moderierte sie alle drei Shows gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler.

6. Bärbel Schäfer

Bärbel Schäfer am 1. März 1996 mit Gästen in ihrer Talkshow.
Bärbel Schäfer am 1. März 1996 mit Gästen in ihrer Talkshow. Foto: Imago/teutopress
 

Bärbel Schäfer, gelernte Hotelkauffrau, führte 1500 Mal durch ihre Talkshow, bis sie von RTL 2001 abgesetzt wurde. 1995 war die Show aufgrund des Hypes ins Programm gekommen. Auch Bärbel Schäfer moderiert heute wieder eine Talkshow. Im Radiosender „hr3“ spricht sie jeden Sonntag über Themen der Woche und liefert Hintergründe und Informationen. Jede Woche hat sie einen prominenten Gast und tauscht mit Hörern Rezepte aus. Auch ist sie als Journalistin tätig. In den Frauenzeitschriften „emotion“ und „Frau von Heute“ schreibt die gebürtige Bremerin Interviews und Kolumnen.

Auch Bücher veröffentlichte Schäfer im Laufe der Zeit einige. Darunter sind Titel wie „Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist.“ (2016) oder „Zen im Gurkenbeet“ (2012).

7. Die Oliver Geissen Show

Die Oliver Geissen Show vom 24. Januar 2001.
Die Oliver Geissen Show vom 24. Januar 2001. Foto: Imago/teutopress
 

Zehn Jahre – so lange gab es die Oliver Geissen Show im Mittagsprogramm von RTL. Oliver Geissen löste Ilona Christens Sendung ab und war in der Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen lange Zeit der Platzhirsch in Sachen Quote. Als die Sendung im Sendeplatz nach hinten rutschte, bedeutete dies das Ende der Talkshow. Neue Formate wie „Zwei bei Kallwass“ ließen die Quoten weiter sinken. Nach 1807 Episoden war 2009 Schluss. Dennoch reiht sich der Talk des Hamburgers in die Riege der erfolgreichsten Talkshows ein. Heute moderiert er gängige RTL-Formate wie „Die ultimative Chartshow“. Von 2011 bis 2013  war er auch Gesicht der Spiel- und Rateshow „Es kann nur E1NEN geben“. Im Januar 2015 löste der Hamburger Daniel Hartwich bei der Moderation des RTL Comedy Grand Prix ab. Die Event-Shows von „Deutschland sucht den Superstar“ moderierte Geissen 2015, 2016 und 2017 (14. Staffel).

8. Britt – Der Talk um eins

Beim fünfjährigen Jubiläum der Sendung am 14. Dezember 2005 ahnte noch niemand, dass die Sendung auch 2013 noch ausgestrahlt wird.
Beim fünfjährigen Jubiläum der Sendung am 14. Dezember 2005 ahnte noch niemand, dass die Sendung auch 2013 noch ausgestrahlt wird. Foto: Imago/teutopress
 

Britt Hagedorn moderierte ihre Talkshow auf dem Sendeplatz der weniger erfolgreichen Sonja Zietlow. Von 2001 bis 2013, sagenhafte zwölf Jahre lang. Nach dem Ende von Oli Geissens Talk, war Britt die letzte Bastion die TV-Formats „Daily Talk“. Das macht Britt Hagedorn zur Legende. Was mit Hans Meiser begann, endete mit einer blonden Britt in einem quitschbunten Studio. Vaterschaften, Seitensprünge, Lügen und Intrigen beherrschten die Sendung auf Sat1 2112 Episoden lang. So erfolgreich, dass der Spartenprivatsender Sat1 Gold mittlerweile Best-Ofs ausstrahlt. Die gebürtige Pinnebergerin hat seither andere Ziele. Nach einer Staffel „Schwer verliebt“ arbeitet sie mittlerweile bei dem Verkaufssender HSE24 (Home Shopping Europe).

9. Jörg Pilawa

So kannte man ihn: Jörg Pilawa im Jahr 1997.
So kannte man ihn: Jörg Pilawa im Jahr 1997. Foto: Imago/teutopress
 

Den Moderator aus Hamburg-Bergedorf kennen viele Schleswig-Holsteiner noch als Radiosprecher für RSH. Nicht nur durch seine Talkshow wurde er bekannt, sondern in der Folge auch durch sein Engagement bei „Herzblatt“, die Moderation der NDR-Talkshow, seine Quizsendungen in ARD und ZDF (Das Quiz, Quizduell und Rette die Million) oder seine diversen Auftritte bei Sportveranstaltungen. Mit seinem Talk löste Pilawa von 1998 bis 2000 den Talk von Johannes B. Kerner ab, der von 1996 bis 1998 aufgezeichnet wurde. Auch das Revival in den Jahren 2009 bis 2011 dauerte nicht länger. Seit Januar 2017 moderiert er zusammen mit Stephanie Stumpf die Sendung „Riverboat“ im MDR.

10. Franklin, deine Chance um 11

Moderator Franklin ist Weltmeister der Zauberei.
Moderator Franklin ist Weltmeister der Zauberei. Foto: Imago/Hoffmann
 

Als Nachfolger von Pilawa kam Franklin im Jahr 2000 auf die Bildschirme. Vier Jahre lang sollte Franklin, der gebürtige Breisgauer, die Fernsehzuschauer mit vielen Chancen zur Vormittagssendezeit bei Laune halten. Eigentlich heißt der Moderator Frank Schmidt, bevor er jedoch zum Fernsehen kam, wurde er als Zauberkünstler unter dem Namen Franklin bekannt. Er gewann unter anderem den Weltmeistertitel „Grand Prix der World Championships of Magic“. 1998 wurde er mit der „100.000-Mark-Show“ bekannt, deren Moderation er von Ulla Kock am Brink übernahm. Bis 2015 war Frank Schmidt geschäftsführender Gesellschafter der von ihm 2003 gegründeten Blueprint Productions Holding GmbH. Die Firma entwickelt TV-Formate für den internationalen Markt.

11. Ricky!

Ricky! Eine chaotische Talkshow der anderen Art.
Ricky! Eine chaotische Talkshow der anderen Art. Foto: Screenshot/ricky-harris.de
 

Was hatten sich die Progammverantwortlichen von Sat1 damit gedacht? Als mit Ricky Harris ein neuer und in Deutschland unbekannter Moderator auftauchte, war die Einschaltquote mit Sicherheit zunächst sehr hoch, doch als die Sendung 2000 nach nur einem Jahr wieder vom Bildschirm verschwand, war klar: Wer nur gebrochen Deutsch spricht, kann nicht wirklich gut durch einen Talk führen. Trotzdem war die Sendung innovativ. Harris ansteckendes Lachen wurde sein Markenzeichen. Ricky Harris kam aus Detroit, war als Amerikaner allerdings schon Mitte der 80er nach Deutschland gekommen. Seine Karriere begann im Jahr 1993, als er das amerikanische Supermodel und Fitness-Ikone Cindy Crawford überzeugte, ihre „Shape-Your-Body Promotion-Tour“ nach Deutschland zu bringen. Beim Sender H.O.T (Home Order Television) wurde er einem größeren Publikum bekannt.

Nach seiner Talkshow wurde es wieder still um ihn. Seit Jahren litt er an einer chronischen, vermutlich autoimmunbedingten Nierenerkrankung. Er bekam eine Spenderniere und kann so weiterleben. Von 2008 bis 2013 arbeitete Ricky Harris als Bademeister in einer Therme im bayerischen Bad Wörishöfen.

Seit Oktober 2014 ist er als Moderator beim Teleshopping-Sender 1-2-3.tv zu sehen. Ebenfalls arbeitet er als Betreuer in der Offenen Ganztagsschule am Gymnasium Buchloe im Ostallgäu.

2016 war er gleich mehrfach im Fernsehen zu sehen. Im Januar nahm er an der 10. Staffel der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil. Er wurde Achter. Im März war er Teil des Dschungel-Specials des Perfekten Promi-Dinners. Im April spielte er bei der großen ProSieben-Völkerball-Meisterschaft mit.

Im April 2017 veröffentlichte der leidenschaftliche Musiker die Single „Totale Eskalation“

12. Peter Imhof

Peter Imhof hält sich fest, denn Ricky's Talkshow war ein ganz anderes Format.
Peter Imhof hält sich fest, denn Ricky's Talkshow war ein ganz anderes Format. Foto: Imago/teutopress
 

Nach „Ricky!“ kam Peter Imhof auf den Sat1-Sendeplatz. Ein knallharter Kontrast zum bunten Ricky Harris. Der Comedian und Radiomoderator arbeitete zunächst für Radio Westfalica, nach seinem Umzug nach Berlin moderierte er für MTV die Sendungen „MTV live aus Berlin“ und „Select MTV“. Nach dem Aus für den Daily Talk, ging Peter Imhof im Jahr 2004 zum MDR und moderierte dort die Nachrichtensendung „Hier ab vier“.

Weiterin in der Öffentlichkeit ist Peter Imhof auch bei diversen Stefan Raab Produktionen. So gewann der Northeimer beim „TV Total Ball Ball“ und errang die Bronzemedaille beim „TV Total Turmspringen“. Im März 2015 war er Teil des Teams „DDR“ bei der TV-Total-Wok-WM im Viererwok mit Sandra Kiriasis, Sven Hannawald und Jan Kralitschka.

13. Sonja

Sonja Zietlow auf dem „Talk-Sofa“ am 17. März 1999.
Sonja Zietlow auf dem „Talk-Sofa“ am 17. März 1999. Foto: Imago/APress
 

Sie ist die Meisterin des Trash-Fernsehens: Ihre Talkshow „Sonja“, die von 1997 bis 2001 bei Sat1 zu sehen war, überzeugte nicht durch Inhaltstiefe. In der Folge blieben die Sendungen, die Sonja Zietlow moderierte, meistens im Trash-Bereich. Beispiele gefällig? „Die Hugo Show“, „Der schwächste fliegt“, „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, „Entern oder Kentern“, Rankingshows à la „Die 25 größten Moderationspannen“ oder die Spielshow „Unschlagbar“ sind Klassiker des deutschen Show-Gedusels. Die blonde Bonnerin ist damit jedoch nach wie vor im Geschäft. In 821 Folgen „Sonja“, die in Hamburg gedreht wurden, ging es vor der Kamera teilweise recht derb daher. Trotzdem sahen teilweise mehr Zuschauer Zietlows Talk als den von Hans Meiser. Die Sendung wurde aber nicht etwa wegen schlechter Quoten abgesetzt, sondern schlicht aus dem Grund, dass Sonja Zietlow von Sat1 zu RTL wechselte. Sendungen, die in Erinnerung bleiben, waren „Mein Busen macht die Welt verrückt“ oder „Bei deinem Anblick wird mir schlecht“. Seit 2004 moderiert Zietlow unter anderem „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und seit 2017 die Show „Wollen wir wetten?! Bülent gegen Chris“.

14. Andreas Türck

Sunnyboy Andreas Türck 1998.
Sunnyboy Andreas Türck 1998. Foto: Imago/teutopress
 

Vier Jahre lang war Andreas Türck mit einer eigenen Talkshow auf Sendung bei ProSieben. Von 1998 bis 2002 begrüßte der Journalist, Musiker, Produzent und Schauspieler zahlreiche Gäste auf seinem Sofa, die ihre Alltagsprobleme vor der Kamera zu lösen versuchten. 850 Sendungen wurden produziert. Türck galt als Frauenschwarm, bekam Titel wie „Mr. Charming“ und wurde sogar zum erotischsten TV-Mann Deutschlands gewählt. 2004 wurde er von seinem Sender ProSieben beurlaubt. Es gab Vorwürfe, wonach er eine Frau vergewaltigt haben soll. 2005 wurde er freigesprochen. Seiner Karriere schadete der Prozess. Erst nach acht Jahren tauchte Türck wieder als Moderator auf. Die Wissenssendung „Abenteuer Leben“ auf Kabel 1 brachte den Gießener zurück auf die Fernsehbildschirme.

Im Januar 2016 war Türck Mitbegründer der BuzzBird GmbH, einem Unternehmen zur Automatisierung von Influencer Marketing.

15. Johannes B. Kerner

Ein unvergessliches Highlight in Kerners TV-Karriere. Veronika Pooth bricht in Tränen aus, als sie öffentlich ihren Ex-Mann Dieter Bohlen der Schläge an ihr bezichtigte.
Ein unvergessliches Highlight in Kerners TV-Karriere. Veronika Pooth bricht in Tränen aus, als sie öffentlich ihren Ex-Mann Dieter Bohlen der Schläge an ihr bezichtigte. Foto: Foto: dpa

Johannes B. Kerner war nur von 1996 bis 1997 ein täglicher Talker. Dann gab es eine Pause. 1998 bis 2009, dann kam der Talk zunächst einmal am Donnerstag, später vier Mal wöchentlich im ZDF. Dabei lud sich der Bonner Moderator Prominente in seine Sendung ein. 2009 kam das erneute Ende für den Kerner-Talk, dann gleich wieder der Anfang – diesmal auf Sat1. 2011 war dann endgültig Schluss. Seither widmet sich Johannes Baptist Kerner wieder der Moderation von Sportereignissen und anderen TV-Formaten. Im ZDF moderiert er fortlaufend Sendungen wie „Kerners Köche“, „Da kommst Du nie drauf!“ oder „Das Spiel beginnt“.

16. Absolut Schlegl

Tobias Schlegl hier noch bei VIVA.
Tobias Schlegl hier noch bei VIVA. Foto: Imago/teutopress
 

Der Kölner Autor, Moderator und Musiker Tobias Schlegl mischte bei ProSieben ebenfalls im „Daily Talk“-Zirkus mit – allerdings nur im Jahr 2002. Zunächst wurde er bei VIVA bekannter und hatte in seiner Sendung „Kewl“ unter anderem Herbert Grönemeyer und Die Ärzte zu Gast. Der bekennende Vegetarier und globalisierungskritische Attac-Netzwerker veröffentlichte 2006 das erste Album seiner Band „Die Familie“, aber auch vorher trat er schon musikalisch in Erscheinung. Auch für den NDR (Extra 3) und die ARD war Tobias Schlegl tätig. So machte er sich 2010 in der Dokumentation „Geld für alle! Gibt es eine bessere Welt?“ auf die Suche nach neuen Wirtschaftsmodellen. Im Nachmittagsprogramm des Radiosenders 1Live war er bis 2013 zu hören. Im NDR kam 2012 die erste Staffel des Unterhaltungsformats „Ganz schön dreist“ auf den Markt. Hier macht sich Tobias Schlegl über uns Norddeutsche lustig. Von 2014 bis 2016 war er Moderator der ZDF-Kultursendung „aspekte“.

Beim Radiosender „N-Joy“ hat der Kölner seit Mai 2016 eine eigene Sendung. In „Song des Lebens“ erforscht er die Geschichten hinter den Lieblingsliedern von Hörern und Prominenten. Im Juli 2016 gab er bekannt, eine Notfallsanitäter-Ausbildung beim DRK zu machen, um etwas „gesellschaftlich Relevantes“ zu machen. Seine Arbeit beim Fernsehen legte er nieder.

17. Nicole – Entscheidung am Nachmittag

Nicole Noevers blieb eine der unbekannteren Talkshow-Moderatorinnen.
Nicole Noevers blieb eine der unbekannteren Talkshow-Moderatorinnen. Foto: Imago/teutopress
 

Ein relativ unbekannter Talk. Nicole Noevers war von 1999 bis 2001 bei ProSieben zu sehen. Ihre Talkshow war das Sprungbrett. Zuvor arbeitete sie beim WDR, bei Euronews, QVC und Sat1. Nach ihrer Talkshow moderierte sie das „K1 Journal“ auf Kabel1. Seither ist es still um die Moderatorin aus Celle in Niedersachsen geworden. Sie kümmerte sich nach ihrem Engagement bei Kabel 1 voll um ihre Familie. Heute arbeitet die Wahl-Münchenerin als Moderatorin auf Kongressen, leitet Podiumsdiskussionen und verdient ihr Geld darüber hinaus als Trainerin für Führungskräfte.

18. Birte Karalus

Birte Karalus lässt im November 1998 einen Studiogast zu Wort kommen.
Birte Karalus lässt im November 1998 einen Studiogast zu Wort kommen. Foto: Imago/teutopress
 

Birte Karalus ist gebürtige Reinbekerin, studierte Volkswirtschaft und Germanistik und ging zunächst zum Hörfunk, danach zum Fernsehen. Das fand RTL offenbar so toll, dass sie ihr eine eigene Talkshow schenkten. Von 1998 bis 2000 lief das Format, danach arbeitete sie für die ARD, für DSF (heute Sport1) und ProSieben. Auch bei Sat1 (Weck Up!) und bei VOX (Auto Mobil) war Karalus zu sehen. Seit 2014 moderiert sie auf der Web-TV-Plattform „mittelstand – DIE MACHER“. Auch auf Veranstaltungen, Events, Podiumsdiskussionen ist sie als Moderatorin tätig.

19. Sabrina

Ihre Talkshow gab es nicht lange. Britt, Hans Meiser oder Arabella blieben da eher in Erinnerung.
Ihre Talkshow gab es nicht lange. Britt, Hans Meiser oder Arabella blieben da eher in Erinnerung. Foto: Imago/teutopress
 

Sie ist eine der unbekannteren Talkshows der Privatsender. Das könnte daran liegen, dass die Sendung bereits nach einem Jahr wieder abgesetzt wurde. Von 1999 bis 2000 lief der Talk mit Moderatorin Sabrina Staubitz. Wie? Kennen Sie nicht? Sabrina Staubitz wurde in Frankfurt am Main geboren, arbeitete bei TV München und bei RTL2. Den bayerischen Zuschauern wird sie im Bayerischen Rundfunk durch die Sendung „Boulevard Bayern“ und den Talk „Unter vier Augen“ bekannter sein. Größere mediale Aufmerksamkeit erreichte sie noch einmal durch ihre Heirat. Von 2005 bis 2015 war sie die Ehefrau von Giovanni di Lorenzo. Heute moderiert sie die Sendung „alpha Forum“ auf ARD-alpha.

20. Mensch, Ohrner!

Moderator Thomas Ohrner.
Moderator Thomas Ohrner. Foto: Imago/teutopress

1998 war das ZDF mit einer täglichen Talkshow mit dabei bei den Daily Talks. Moderator Thomas Ohrner ist das Fernsehen in die Wiege gelegt. Mit acht Monaten strampelte er schon für Werbeplakate, mit vier Jahren auch in Werbespots. Die erste Filmrolle folgte. In den 80ern machte er Popmusik. „Lass dich überraschen“, „Dingsda“, „Glücksrad“, „Versteckte Kamera“: Thomas Ohrner machte viel, spielte unter anderem auch bei „Verbotene Liebe“ für etwas über zwei Jahre eine Rolle. Seine Talkshow „Mensch, Ohrner!“ wurde wegen Quotenschwäche nach 120 Folgen abgesetzt.

Von 2002 bis 2016 moderierte beim Radiosender Bayern 1 und von 2013 bis 2015 die Sendung „Servus am Morgen“ auf dem Spartenkanal Servus TV. Seit November 2016 ist er werktags von sechs bis zehn Uhr für den Privatsender Klassik Radio aktiv. In der Kino-Neuverfilmung „Timm Thaler“ (2017) spielt er in einer Nebenrolle einen Hausmeister.

21. Und sonst so?

Alfred Biolek verabschiedete sich von James Last.
Alfred Biolek. Foto: dpa
 

Neben den „Daily Talks“ gab es auch wöchentliche Talkshows, die inhaltlich tiefgreifendere Themen behandelten. Darunter waren Alfred Bioleks „Boulevard Bio“ (1991 bis 2003), das „Nachtstudio“ mit Volker Panzer oder „Talk im Turm“ (1990 bis 1999). Anders als der eher inhaltsleere „Daily Talk“ halten sich kulturelle und politische Talkshows auch 2017 noch zu den besten Sendezeiten. Namen wie Anne Will, Frank Plasberg („Hart aber fair), Sandra Maischberger, Markus Lanz oder Maybritt Illner stehen für ernsthaften Talk und haben wenig gemein mit dem täglichen Talk der 90er.

„Presseclub“ (ARD, WDR), „3 nach 9“ (Radio Bremen), Tietjen und Bommes (NDR), Riverboat (MDR), Nachtcafé (SWR), „Zimmer frei“ (WDR) oder „Schulz & Böhmermann“ (ZDFneo) sind nur einige weitere Talkshows, die sich noch heute großer Beliebtheit bei den Zuschauern erfreuen.

Liebe Talkshowmoderatoren, heute ist euer Tag, genießt ihn!

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