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Berlin : Erfundene Vergewaltigung: Fall des russlanddeutschen Mädchens kommt vor Gericht

vom

Die 13-Jährige hatte sich nur wegen Schulproblemen versteckt. Der Beschuldigte geriet dennoch in den Fokus.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 14:44 Uhr

Berlin | Der Fall des russlanddeutschen Mädchens, das eine Vergewaltigung erfunden und damit international Wellen geschlagen hatte, kommt vor Gericht. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der sexuelle Kontakte zu der damals 13-Jährigen gehabt haben soll, allerdings einvernehmlich. Dem 23-Jährigen werden schwerer sexueller Kindesmissbrauch und Herstellung pornografischer Schriften vorgeworfen, weil er die Tat gefilmt haben soll. Das sagte die Sprecherin des Landgerichts für Strafsachen am Dienstag. Zuvor hatten die Zeitungen „Bild“ und „B. Z.“ berichtet.

Die sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Köln und Hamburg haben die Diskussion über Flüchtlinge in Deutschland neu entfacht. In diesem Klima konnte auch das Gerücht über die Vergewaltigung hohe Wellen schlagen. Russische Medien heizten die Stimmung zusätzlich an.

Die Russlanddeutsche hatte mit Behauptungen über ihr 30-stündiges Verschwinden Anfang 2016 für Aufsehen gesorgt. Sie gab an, entführt und vergewaltigt worden zu sein, wofür die Ermittler keine Anhaltspunkte sahen. Der russische Außenminister schaltete sich ein, Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten. Später stellte sich heraus, dass sich das Mädchen wegen Schulproblemen versteckt hatte.

Bei den Ermittlungen geriet der nun Beschuldigte in den Fokus: Er wurde verdächtigt, mit dem Mädchen vor ihrem Verschwinden einvernehmliche sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Weil das Mädchen jünger als 14 Jahre war, macht sich ein Erwachsener auch bei freiwilligem Sex strafbar. Der Fall kommt laut Sprecherin vor ein Jugendschöffengericht. Ein Termin steht noch nicht fest.

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