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Provinz Aceh : Erdbeben in Indonesien: Schon mehr als 90 Tote geborgen

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Das Beben der Stärke 6,4 riss die Menschen aus dem Schlaf. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar.

Jakarta | Bei dem heftigen Erdbeben der Stärke 6,4 in Indonesien sind am Mittwoch bislang mindestens 97 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Militär mit. Hunderte seien verletzt worden, mindestens 73 schwer, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Es sei zu befürchten, dass viele Einwohner noch unter den Trümmern eingeschlossen sind. Rettungskräfte suchten nach Überlebenden.

In Indonesien bebt die Erde häufig. Der südostasiatische Inselstaat liegt in einer seismologisch aktiven Zone, wo es immer wieder zu Erschütterungen und Vulkanausbrüchen kommt. Am 26. Dezember 2004 starben mehr als 200.000 Menschen bei einem gewaltigen Erdbeben und Tsunami im Indischen Ozean mit der Stärke 9,1.

Nach Angaben der Nationalen Erdbebenwarte lag das Epizentrum 18 Kilometer nordöstlich des Bezirks Pidie Jaya, rund 100 Kilometer von der Küstenstadt Banda Aceh entfernt. Der Erdstoß passierte um kurz nach 5 Uhr Ortszeit (Dienstag 23 Uhr MEZ). Es gab keine Tsunam-Warnung.

Eine Karte der USGS zeigt das Epizentrum des Bebens vor der Küste.
Eine Karte der US-Erdbebenwarte zeigt das Epizentrum des Bebens vor der Küste. Foto: dpa
 

Zahlreiche Häuser wurden am Nordende der Insel Sumatra zerstört, wie die Lokalbehörden am Mittwoch berichteten. „Wir haben drei Bagger in die zerstörten Stadtteile geschickt, die Betonwände heben können“, sagte Suyitno, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt. Tausende Menschen waren in Panik auf die Straße gerannt. Anwohner luden auf Facebook und Twitter aus dem Distrikt Pidie Jaya Fotos von eingestürzten Gebäuden und meterhohen Schuttbergen hoch. Auch lokale Fernsehsender zeigten die weitreichende Zerstörung. Menschen saßen auf Matten auf den Straßen. Vor den Krankenhäusern des Bezirks leisteten Ärzte auf der Straße Erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi berichtete. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude.

 

Gemessen an früheren Katastrophen in der Region war der Erdstoß mit einer Stärke von 6,4 eher leicht. Aber der Erdbebenherd lag nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Solche Beben können erhebliche Schäden verursachen. Anders als die örtlichen Behörden schätzte die US-Erdbebenwarte USGS die Stärke auf 6,5.

Die Bundesregierung prüft derzeit Hilfsmöglichkeiten. „Wir sondieren gerade, welche Hilfe nötig ist und wo wir gegebenenfalls auch von deutscher Seite unterstützen können“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. „Wir trauern mit den Menschen in Indonesien“, sagte Steinmeier. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

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erstellt am 07.Dez.2016 | 07:44 Uhr

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