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Konkurrenz der Hells Angels : Ende des Rocker-Kriegs: Bund verbietet Satudarah

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Vor drei Jahren richteten die Satudarah ihre Kampfansage an die Hells Angels. Handgranaten flogen. Das ist nun vorbei.

Duisburg | Polizisten tragen die zitronengelben Club-Insignien aus den Vereinshäusern: zwei Indianerköpfe mit Federschmuck, das Logo des berüchtigten Rockerclubs Satudarah. Nach drei Jahren in Deutschland heißt es: einpacken für Satudarah. Am Dienstag bekommen die Clubhäuser und die Rocker im Morgengrauen Besuch von Spezialeinheiten, die etwaigen Widerstand brechen sollen, gefolgt von fleißigen Beamten, die die Vereinsutensilien beschlagnahmen, so geschehen etwa in Duisburg und Aachen. Die Aktion läuft in fünf Bundesländern gleichzeitig.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die aus den Niederlanden kommende Konkurrenz der Hells Angels bundesweit verboten. Während bei Bandidos und Hells Angels bislang nur einzelne Ableger, die sogenannten Chapter und Charter, verboten werden konnten, erstreckt sich das Verbot in Sachen Satudarah auf sämtliche deutschen Aktivitäten. Allein in Nordrhein-Westfalen, wo sich die Satudarah-Aktivitäten in Deutschland bündeln, sind 540 Polizisten im Einsatz, um das Verbot umzusetzen. Bundesweit sind es etwa 1000 Beamte. Auch in Schleswig-Holstein versuchten die Satudarah-Rocker im vergangenen Jahr Fuß zu fassen. Beziehungen nach Lübeck wurden beobachtet.

Sie beschlagnahmen am Dienstag Messer, Schlagstöcke, Schlagringe, Macheten, Schwerter sowie Gas- und Schreckschusspistolen. Ein schwerer Rückschlag für die Multikulti-Rocker, die, 1990 von Einwanderern gegründet, bei ihrer Expansion über die deutsch-niederländische Grenze bislang nicht vom Glück verfolgt waren. Ihr Chapter in Recklinghausen musste sich nach einer Reihe von Festnahmen im vergangenen Jahr auflösen.

In Duisburg ließ sich der dortige Satudarah-Präsident mit einer Kalaschnikow erwischen und landete vor Gericht. Dann folgte der Paukenschlag, der die Rockergruppe „ins Mark getroffen“ hat, wie Kriminaldirektor Thomas Jungbluth, Experte für Organisierte Kriminalität im nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt sagt.

Der Duisburger Satudarah-Präsident, der sich Ali Osman nannte, pfeift auf das eherne Schweigegelübde der kriminellen Rockerclubs und legt vor Gericht eine Lebensbeichte ab. Er gesteht Drogen- und Waffengeschäfte, verrät Komplizen und Hintermänner. Auch sein Vize packt aus. Für die Polizei ist das ein Festtag. Der Präsident dürfte damit zugleich die juristische Basis für das Verbot geliefert haben.

Aber auch bei den Hells Angels dürften nun die Sektkorken knallen, ist die leidige Konkurrenz damit auf einem weiteren Tiefpunkt angelangt. Schließlich hatte das Auftauchen der verfeindeten Holland-Rocker in Deutschland vor drei Jahren den schwelenden Rocker-Krieg angeheizt.

Ein Handgranaten-Anschlag auf eine Hells-Angels-Lokalität wird Satudarah zugerechnet. Die Höllenengel schlagen zurück, in Düsseldorf wird ein 26-Jähriger aus dem Umfeld von Satudarah niedergestochen. „Satudarah darf mit seinen Symbolen und Kutten nun nicht mehr in Deutschland öffentlich auftreten. Deutschland ist für sie zu einer No-Go-Area geworden“, sagt Jungbluth.

Dass ein Vereinsverbot kein Allheilmittel ist, zeigen die Hells Angels, deren Charter in Düsseldorf zwar seit 15 Jahren verboten ist, die ihre Macht in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt aber nicht eingebüßt haben. Auf die Frage, welcher Hells-Angels-Charter eigentlich dort den Ton angibt, sagte ein Düsseldorfer Kriminalbeamter vor ein paar Tagen vielsagend: „Das Charter, das es gar nicht gibt.“

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erstellt am 24.Feb.2015 | 15:14 Uhr

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