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Fragwürdige Erziehungsmaßnahme : Eltern setzen Kind im Wald aus - Junge nach Tagen lebendig gefunden

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Ein japanisches Ehepaar hat seinen siebenjährigen Sohn allein im Wald gelassen, um ihn zu bestrafen. Hunderte suchten nach dem Kind - in einer Gegend, in der es Bären gibt.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 13:12 Uhr

Ein japanisches Ehepaar wählte eine fragwürdige Methode um ihren Sohn zu bestrafen: Sie ließen ihn allein im Wald. Diese Bestrafung wurde allerdings beinahe zu einer Katastrophe, denn der Junge war verschwunden, als seine Eltern nach fünf Minuten zurückkehrten.

Der siebenjährige Yamato Tanooka hatte beim Spielen Menschen und fahrende Autos mit Steinen beworfen. Die verärgerten Eltern wollten ihm zur Strafe einen Schreck einjagen und setzten das Kind am vergangenen Samstag in einem Waldstück auf der Insel Hokkaido am Straßenrand ab. Sie fuhren mit dem Auto 500 Meter weiter und kehrten fünf Minuten später zurück, um ihren Sohn wieder mitzunehmen. Der Junge war allerdings verschwunden. Die Gegend ist bekannt dafür, dass in ihr Bären leben.

Die Eltern sagten den Behörden zunächst, sie hätten ihr Kind beim Beeren sammeln aus den Augen verloren. Laut CNN fürchteten sie die Konsequenzen, sie hatten Angst, ihre Bestrafungsmethode könnte als häusliche Gewalt gewertet werden.

Fast eine Woche lang suchten bis zu 180 Polizisten, Soldaten und Freiwillige nach dem Siebenjährigen. Auch Pferde und Spürhunde wurden eingesetzt. Die Eltern des Kindes bereuten die Bestrafung unterdessen, der Vater sagte dem Sender NTV, „Es tut mir so leid für mein Kind“. Außerdem bedauere er, dass er so vielen Menschen Umstände bereite. Der Guardian veröffentlichte ein untertiteltes Video, in dem der Vater des Jungen sich sichtlich bewegt und den Tränen nahe entschuldigt. Er sagt, er und seine Frau hätten ihren Sohn liebevoll großgezogen und er wisse, dass sie zu weit gegangen seien. Er habe nur das beste für sein Kind gewollt und nicht geahnt, dass es so weit kommen würde.

 

Fast eine Woche nach seinem Verschwinden wurde Yamato dann am Freitag gefunden. Dem Jungen geht es gut. Soldaten fanden den Siebenjährigen auf einem Übungsgelände in einem Bergwald, rund fünf Kilometer von der Stelle entfernt, wo die Eltern ihn zurückgelassen hatten. Lokale Medien berichten, er habe in einem leerstehenden Gebäude zusammengerollt auf einer Matratze gelegen und sich den Soldaten mit seinem Namen vorgestellt. Laut dem Guardian ist der Junge schon seit dem Tag, an dem er verschwunden war, in dem Unterschlupf gewesen. Er hatte dort nichts zu essen, aber ausreichend Wasser. Das Gebäude, in dem das Kind gefunden wurde, soll vom Militär für Treffen und während Übungen als Schlafgelegenheit genutzt werden.

<p>Ein Soldat zeigt das Gebäude, in dem der 7-jährige Yamato Tanooka gefunden wurde. </p>

Ein Soldat zeigt das Gebäude, in dem der 7-jährige Yamato Tanooka gefunden wurde.

Foto: Risa Ominato/dpa

Viele Japaner haben inzwischen in sozialen Medien das Verhalten der Eltern scharf verurteilt. Auch deutsche Nutzer schreiben auf Facebook, man solle den Eltern ihr Kind nicht zurückgeben, sondern ihnen das Sorgerecht entziehen. Sie halten das Ehepaar für verantwortungslose und furchtbare Eltern. Andere beurteilen die Erziehungsmaßnahme mit mehr Distanz: „Eine saublöde Aktion, ja - aber nichts, was nicht auch Eltern hierzulande immer wieder tun, um ihren Kids einen kleinen Schrecken einzujagen“, schreibt eine Facebooknutzerin unter den betreffenden Spiegel Online Artikel.

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