zur Navigation springen

Einspruch gegen das Patent auf Affen

vom

US-Firma beansprucht Rechte an veränderter DNA von Schimpansen

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 03:59 Uhr

München | Rund ein Dutzend Organisationen haben Einspruch gegen ein europäisches Patent auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt.

Das Patent EP 1572862 verstoße gegen ethische Grenzen des europäischen Patentrechts, erläuterten "Testbiotech" und "Kein Patent auf Leben". Der Einspruch werde von 14 000 Unterschriften unterstützt.

Das Europäische Patentamt (EPA) hatte das Patent demnach im August 2012 an die US-Firma Intrexon erteilt. Es umfasst neben Schimpansen auch Mäuse, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde und Schafe.

In das Erbmaterial der Tiere wurden DNA-Stücke von Insekten, Zecken und Krabben geschleust. Die genveränderten Tiere sollen in der Pharmaforschung eingesetzt werden, etwa bei der Entwicklung von Krebstherapien.

Die Gegner fürchten, dass das Patent einen kommerziellen Anreiz für mehr Tierversuche bietet. Tiere, vor allem aber Menschenaffen als nächste biologische Verwandte des Menschen, müssten mit mehr Respekt behandelt werden. "Die Erteilung dieser Patente ist ein Tabubruch", sagt Christoph Then von "Testbiotech". "Nie zuvor hat der Mensch versucht, das Erbgut von Menschenaffen regelrecht umzuprogrammieren." Das EPA hatte 2012 drei Patente auf Schimpansen erteilt. Bei einem weiteren für Intrexon (EP1456346) wurden ebenfalls DNA-Stücke von Insekten ins Erbgut geschleust. Beim dritten Patent wurde das Immunsystem der Schimpansen dem des Menschen angenähert (EP1409646). Gegen alle drei Patente wurden nun Einsprüche eingelegt.

Versuche an Menschenaffen unterliegen, so Then, international strengen Vorschriften. Das EPA habe rund 1200 Patente auf Tiere erteilt. Als Präzedenzfall gilt die Krebsmaus. Ihr war ein Brustkrebs-Gen eingepflanzt worden. Die Bedeutung für die Forschung blieb aber gering.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen