zur Navigation springen

Bobenanschlag in Kabul : Einige Opfer des Anschlags werden vermutlich niemals gefunden

vom

Manche der Leichen sind kaum zu indentifizieren, weil die Explosion sie zerissen hat. Laut des afghanischen Geheimdienstes NDS sei das Hakkani-Netzwerk für den Bombenanschlag verantwortlich

Kabul | Nach einem der schwersten Anschläge in Afghanistan seit Beginn der internationalen Intervention im Jahr 2001 mit mindestens 90 Toten und rund 460 Verletzten gehen in der Hauptstadt Kabul die Identifizierung der Opfer und Ermittlungen zu den Tätern weiter.

Die Bürger von Kabul haben in diesem Jahr schon viel Grausames durchlitten. Terroristen, die sieben Stunden in einem Krankenhaus um sich schossen und Handgranaten in Patientenbetten warfen, ein Angriff auf einen Nato-Konvoi inmitten des dichtesten Verkehrs, ein Selbstmordattentäter vor einem Gericht..

Die in einem Wassertanker versteckte Bombe war am Mittwochmorgen an einer belebten Straße in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft explodiert, hatte die Straße verwüstet und das Botschaftshaus schwer beschädigt. Ein afghanischer Wächter starb, eine deutsche Diplomatin wurde leicht, eine afghanische Mitarbeiterin schwer verletzt.

„Bisher haben wir die gleiche Totenzahl wie gestern“, sagte der Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums, Mohammed Ismail Kawusi, am Donnerstagmorgen. Es gebe aber Hinweise auf weitere Opfer.„Wir glauben, dass manche Menschen niemals gefunden werden, weil die Explosion sie in zu kleine Stücke gerissen hat.“ Manche der Leichen seien kaum zu identifizieren. „Es ist einfach furchtbar.“

Eine offene Frage ist, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Der afghanische Geheimdienst NDS hatte in der Nacht eine Stellungnahme veröffentlicht, wonach der Anschlag vom Hakkani-Netzwerk geplant und mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ausgeführt worden sei.

Das Hakkani-Netzwek ist eine besonders brutale afghanische Aufständischengruppe, die eng mit den radikalislamischen Taliban zusammenarbeitet. Afghanistan wirft Pakistan seit Jahren vor, die Hakkanis und die Taliban zu unterstützen. Beweise legte der afghanische Geheimdienst zunächst nicht vor. Die Taliban sagen, sie seien es nicht gewesen.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Jun.2017 | 10:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen