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"Oben" : Ein verschrobener Opa im 3D-Spektakel

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Ein verschrobener Rentner fliegt mit seinem Haus nach Südamerika - "Oben" ist ein knallbuntes 3-D-Abenteuer aus dem Hause Pixar mit viel Charme und Witz.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2009 | 04:58 Uhr

Zielstrebig stoppt das Pflegepersonal mit seinem Transporter vor dem kleinen Holzhäuschen des 78-jährigen Witwers Carl Fredricksen, der ins Altersheim abgeschoben werden soll. Wehmütig bittet der verschrobene alte Kauz um ein paar Minuten Zeit für einen letzten Rundgang durch sein Haus. Doch kaum ist die Tür ins Schloss gefallen, setzt er in Windeseile eine unkonventionelle Flugmaschinerie in Gang, die aus tausenden von bunten Luftballons besteht. Ungläubig reiben sich die Pfleger die Augen, denn der alte Mann hebt plötzlich mit seinem gesamten Haus ab und entschwebt in die Lüfte. In dem stereoskopischen 3D-Animationsabenteuer "Oben" schildert Pete Docter ("Die Monster AG") die fantastische Geschichte eines rüstigen Rentners, der sich seinen Lebenstraum erfüllt und in den Dschungel nach Südamerika fliegt.

Dieses knallbunte Kinovergnügen, das zur Eröffnung der 62. Internationalen Filmfestspiele in Cannes präsentiert wurde, markiere Pixars Start ins 3D-Zeitalter, erklärt John Lasseter, der als Kreativ-Chef von Walt Disney und den Pixar Animation Studios für Animations-Hits wie "Toy Story", "Findet Nemo" oder "Wall E" verantwortlich zeichnete. Die Idee zu der originellen Story entwickelte der Autor und Regisseur Docter gemeinsam mit seinem Co- Autor Bob Peterson ("Findet Nemo"). Der Film begann mit zwei Skizzen von einem brummigen alten Mann, der nach dem Tod seiner Frau keinen Kontakt mehr zur Außenwelt hat, und einem fliegenden Haus, erläutert Docter.
Pfadfinder als blinder Passagier

Als seine Existenz zu Hause bedroht ist, ergreift er die Flucht. Auf dieser abenteuerlichen Odyssee wird der schrullige Senior von einem jungen Pfadfinder begleitet, der sich als blinder Passagier an Bord geschmuggelt hat. "Als der Junge auftaucht, kommt mehr Tiefe und Farbe ins Bild", betont der Pixar-Produzent Jonas Rivera, "denn wir haben die 3D-Effekte als ein Mittel für das Storytelling eingesetzt". Bereits bei ihrer Landung in Südamerika raubt der tollpatschige Knirps dem grantigen Greis den letzten Nerv.

Der kleine Abenteurer freundet sich sofort mit einem riesigen, bunt schillernden Vogel sowie einem sprechenden Hund an, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Ihr neuer gefiederter Freund bringt ihnen allerdings jede Menge Ärger ein, da ein verschrobener Forscher es als seine Lebensaufgabe betrachtet, diesen Exoten zu fangen. Um diese fantastische, seltsame Welt glaubwürdig darstellen zu können, reiste der Regisseur mit einigen Mitarbeitern seines Kreativ-Teams in den Urwald nach Venezuela, und sah sich dort die bizarren Felsformationen und gigantischen Wasserfälle aus nächster Nähe an.
Mit viel Charme und Witz schickt Docter seine liebenswerten, skurrilen Charaktere auf einen turbulenten Trip, der durch originelle Einfälle, pointierte Dialoge und faszinierend fremde Welten besticht. Durch diese gewagte Reise wird dem alten Mann bewusst, dass nicht der aufregende Ausflug nach Südamerika, sondern die Beziehung mit seiner Frau für ihn das größte Abenteuer seines Lebens gewesen ist. "Wir alle haben unerfüllte Träume, doch darüber sollten wir nicht unser eigenes Leben vergessen und die kleinen, wertvollen Dinge in unserem Alltag aus den Augen verlieren", meint der Regisseur.

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