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„Sobeys“ in Kanada : Ein Supermarkt und der Zorn der Kunden über eine Avocado

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Kunden laufen Sturm gegen eine geschälte, entkernte Avocado im Angebot der kanadischen Kette „Sobeys“: Verschwenderisch und sinnlos, so das Urteil.

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erstellt am 17.Mär.2016 | 11:42 Uhr

Thornhill | „Ich bin überrascht und enttäuscht“ schreibt die Kanadierin Christine Kizik in einem Pinnwandeintrag auf der Facebookseite der kanadischen Supermarktkette „Sobeys“. Ein Freund hatte ein Bild gepostet, das zwei Avocadohälften zeigt, die eingeschweißt und in einem Pappkarton für 3,99 US-Dollar im Regal angeboten wurden. „Avocados haben ihre eigene perfekte Verpackung, kompostierbar und schützend“, schreibt Kizik. Und ergänzt: „Eine zusätzliche Verpackung ist verschwenderisch.“ Sie fordert in ihrem Eintrag eine Erklärung für das seltsame Angebot.

Avocado-Hälften, geschält, entkernt und doppelt verpackt sorgen für einen Shitstorm gegen eine kanadische Supermarktkette.

Avocado-Hälften, geschält, entkernt und doppelt verpackt sorgen für einen Shitstorm gegen eine kanadische Supermarktkette.

Foto: Screenshot/Facebook.com Sobeys
 

„Sobeys“ reagiert in einem Statement und argumentiert, das Produkt sei für Kunden entwickelt worden, für die eine Avocado neu sei und die sich mit deren Nutzung nicht auskennen würden. Zusätzlich würde es dem Kunden leichter gemacht, eine vorgeschälte Avocado zu verarbeiten. Vor allem dann, wenn man sich mit dem richtigen Schälen nicht auskenne. Die Verpackung würde die Avocado frisch halten.

Wer noch nicht mit Avocados umgehen kann, dem will Sobeys helfen.
Wer noch nicht mit Avocados umgehen kann, dem will Sobeys helfen. Foto: Screenshot/Facebook.com Sobeys

In über 300 Kommentaren unter dem Statement der Supermarktkette äußern Nutzer und Kunden massive Kritik am Unternehmen. Viele wollen künftig nicht mehr bei „Sobeys“ einkaufen gehen. „Wie frisch kann eine geschälte, entkernte und in einer Fabrik verpackte Avocado sein, die zusätzlich einen langen Weg bis nach Kanada hinter sich hatte?“, fragt ein Nutzer. Auch Kizik sorgt sich um die industrielle Verarbeitung: „Wann wurden die Avocados weiterverarbeitet und was für Konservierungsstoffe wurden zugefügt, um die Frische zu erhalten?“ Ein Kunde schreibt: „Das letzte was die Welt braucht, ist mehr Müll.“

Andere Kunden halten sich für dumm verkauft: „Werdet ihr auch anfangen, die Leute zu füttern? Wie lächerlich und unnötig verschwenderisch“, schreibt einer. Eine andere Meinung drückt deutlicher aus, was viele denken: „Das ist eure Erklärung, Sobeys? Weil Menschen vielleicht zu dumm sind zu wissen, wie man eine Avocado benutzt? Schämt euch.“

Ein anderer verweist auf das Internet. Wenn man nicht wüsste, wie man eine Avocado entkernt und schält, der solle googeln oder sich ein Video auf Youtube ansehen. Tatsächlich gibt es zahlreiche How-to-Videos auf dem Portal:

Dennoch gibt es auch Zustimmung für das Produkt. „Wenn ich es nicht schaffe, meinen Kindern Essen für die Schule zu machen, ist sowas perfekt“, schreibt eine Kundin. Eine andere kommentiert: „Menschen mit Behinderungen, die Probleme haben eine Avocado zu öffnen, wird dieses Produkt helfen. Das unterstütze ich.“

Immer wieder sorgen Fotos von sinnlosen Produktverpackungen im Netz für Kopfschütteln. Hier ein paar Klassiker:

Die geschälten Bananen unter Plastikfolie.

Die geschälten Bananen unter Plastikfolie.

Foto: Screenshot/Gizmondo
Eine eingeschweißte Banane mit Schale

Eine eingeschweißte Banane mit Schale

Foto: Screenshot/1hq.co.uk
Ein verpackter Apfel

Ein verpackter Apfel.

Foto: Screenshot/food.is
 
Diverse Obstsorten geschnitten.

Diverse Obstsorten geschnitten.

Foto: Screenshot/1millionwomen.com.au
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