NRW-Verdienstorden : Ehrung für Cellistin und Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch

<p>Lasker-Wallfisch habe 'über viele Jahre ihren großen Beitrag dazu geleistet, damit das Klima in unserer Gesellschaft nicht mehr von Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt belastet wird', sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.</p>

Lasker-Wallfisch habe "über viele Jahre ihren großen Beitrag dazu geleistet, damit das Klima in unserer Gesellschaft nicht mehr von Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt belastet wird", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Lasker-Wallfisch hat sich viele Jahre gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt eingesetzt, betonte Armin Laschet.

shz.de von
05. Juni 2018, 21:08 Uhr

Düsseldorf | Die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch (92), eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters in Auschwitz, ist mit dem nordrhein-westfälischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Lasker-Wallfisch habe „über viele Jahre ihren großen Beitrag dazu geleistet, damit das Klima in unserer Gesellschaft nicht mehr von Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt belastet wird“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei der Verleihung am Dienstag. „Wir sind verpflichtet, die Erinnerung lebendig zu halten. Damit nicht wieder Katastrophen geschehen.“

Sie entkam den Gaskammern in Auschwitz, weil sie Cello spielen konnte

Die Auszeichnung überreichte Laschet der in Breslau geborenen Lasker-Wallfisch auf den Tag 75 Jahre nach ihrer Verurteilung. Die damals 17-Jährige war am 5. Juni 1943 wegen Urkundenfälschung zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Sie hatte versucht, mit einem gefälschten Pass nach Frankreich zu entkommen. Ende 1943 wurde Lasker-Wallfisch in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort und später in Bergen-Belsen musste sie beim Ein- und Auszug der Arbeitstrupps mit anderen Häftlingen musizieren. Nach der Befreiung wanderte sie nach London aus und kam erst 1994 erstmals wieder nach Deutschland zurück.

Beim Gedenktag an die Judenverfolgung im Bundestag am 27. Januar hatte Lasker-Wallfisch mit einer bewegenden Rede für Aufsehen gesorgt. Sie hatte damals unter anderem dazu aufgefordert, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten.

<p>In ihrer Rede zum Gedenktag an die Judenverfolgung dankte die Holocaust-Überlebende Deutschland für die Öffnung der Grenzen.</p>
dpa

In ihrer Rede zum Gedenktag an die Judenverfolgung dankte die Holocaust-Überlebende Deutschland für die Öffnung der Grenzen.

 

Der Landesverdienstorden ist eine der höchsten Auszeichnungen Nordrhein-Westfalens und auf 2500 Ordensträger begrenzt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen