Alkohol und Aluminium : Ehrentag der Bierdose – ein umstrittenes Produkt

1935 kam die Bierdose in den USA erstmals auf den Markt.

1935 kam die Bierdose in den USA erstmals auf den Markt.

Praktisch, aber von Umweltschützern verpönt: Nach Einführung des Dosenpfands war die Bierdose fast vom Markt verschwunden. Doch die Verkaufszahlen steigen wieder.

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24. Januar 2018, 09:38 Uhr

Die Welt zelebriert am 24. Januar den Tag der Bierdose. Doch es gibt nicht nur Positives über das praktische Trinkgefäß zu vermelden, das Anfang der 2000er fast vom Markt verschwunden wäre und seit den letzten Jahren sein Comeback feiert.

Warum wird gefeiert?

So sahen die ersten Bierdosen aus.
youtube/engineerguy

So sahen die ersten Bierdosen aus.

 

An 1933 erinnert man sich in Deutschland mit wenig Freude. Aber es war kein völlig schlechtes Jahr, denn damals wurde die Bierdose geboren, und zwar in den USA. In den Handel kam sie erstmals am 24. Januar 1935. Bier war auch tatsächlich das erste Getränk, das die Aluminiumverpackung füllte. Erst später folgten Softgetränke und Säfte, und heute gibt es sogar Wein, Sekt oder Wasser aus der Dose. Kälte- und hitzebeständig, lang haltbar, dazu leichter, robuster und handlicher als Flaschenbier – und günstiger herzustellen – setzte sich das Dosenbier überall auf der Welt durch.

Die Aluminiumdose – ein Meisterstück der Ingenieurskunst

Die Zylinderform der Bierdose ist der perfekte Kompromiss zwischen Stabilität und Raumnutzung.
imago/Westend61

Die Zylinderform der Bierdose ist der perfekte Kompromiss zwischen Stabilität und Raumnutzung.

 

Die Aluminiumdose verdient eigentlich einen eigenen Feiertag. Ihre Zylinder-Form ist die optimale Mischung zwischen einer Kugel und einem Kubus, also zwischen Stabilität und Raumnutzung. So hält sie enormen Druck aus (sechs Bar interner Druck), solange sie geschlossen ist, lässt sich zugleich platzsparend transportieren (neun Prozent des Raumes bleiben ungenutzt, gegenüber 26 Prozent bei einer Kugel) – und sie rollt nicht vom Tisch. Der Materialbedarf der Dose wurde immer weiter reduziert. Die Dose ist heute deutlich leichter als in den 60ern, und es lässt sich besser aus ihr trinken.

Umweltsünder 1

„Please don't litter“ – Bitte verschmutze nicht die Umwelt. Der Hinweis auf älteren Bierdosen half wenig.
youtube/engineerguy

„Please don't litter“ – Bitte verschmutze nicht die Umwelt. Der Hinweis auf älteren Bierdosen half wenig.

Ursprünglich kam man nur mit einem speziellen Öffner, dem so genannten Kirchenschlüssel, ans Bier. In den 60ern wurde die erste Lasche zum Öffnen eingeführt. Diese löste sich zunächst noch von der Dose ab. Die Kleinteile verschmutzten die Umwelt, und Menschen und Tiere verletzten sich an den scharfen Kanten. Hinweise auf dem Deckel, den Müll bitte ordnungsgemäß zu entsorgen, halfen wenig. Schließlich veränderten die Hersteller die Dose so, dass sich beim Öffnen keine Teile mehr von der Dose lösten.

Umweltsünder 2

2003 beschloss Rot-Grün das Dosenpfand. Nach chaotischen Anfangsjahren hat es dazu geführt, dass herumliegende Dosen weitestgehend aus dem Straßenbild verschwunden sind.
Stephanie Pilick dpa

2003 beschloss Rot-Grün das Dosenpfand. Nach chaotischen Anfangsjahren hat es dazu geführt, dass herumliegende Dosen weitestgehend aus dem Straßenbild verschwunden sind.

 

Aluminium verschlingt bei der Herstellung große Mengen Energie. Es wird aus Bauxit gewonnen, das häufig in Regenwald-Gebieten abgebaut wird. Die Rückstände, hauptsächlich Rotschlamm, sind giftig und gelangen zum Teil in Flüsse und Seen. Seit der Einführung der Pfandpflicht in Deutschland 2003 ist die Zahl der verkauften Dosengetränke zwar massiv gesunken: von 7,5 Milliarden Stück (2002) auf 0,3 Milliarden (2003). Seit 2005 steigt der Verkauf aber kontinuierlich: auf zuletzt 2,5 Milliarden im Jahr 2016. Und die Branche rechnet mit einem anhaltenden Wachstum. Immerhin: Die allermeisten Dosen werden dank Pfandsystem wiederverwertet – die Quote liegt bei 98 Prozent. Die Qualität nimmt dabei aber ab, und es entstehen Rückstände, die nicht weiter verwendbar sind.

„Sie haben aber eine schöne Bierdose“

Der 24. Januar ist auch der Tag der Komplimente, zumindest in den USA. Zugleich feiert die Welt den Tag des dröhnenden Lachens und den Ändere-das-Leben-eines-Haustieres-Tag. Daneben gibt es weitere alkoholbezogene Feiertage, darunter:

  • der Welttag der Barkeeper (24. Februar)
  • der internationale Whisky-Tag (27. März)
  • der Tag des Deutschen Bieres (23. April)
  • der Welt-Cocktail-Tag (13. Mai)
  • der Welttag des Gin (10. Juni)
  • der internationale Tag des Bieres (10. August)
  • der internationale Tag des Rosé (14. August)

Mehr über fragwürdige Feiertage und wer sie überhaupt erfindet, erfahren Sie im Video.

 
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