zur Navigation springen

Fünf Jahre nach Kreuzfahrtschiff-Havarie : Ehemaliger Kapitän der „Costa Concordia“ muss ins Gefängnis

vom

Francesco Schettino muss für 16 Jahre hinter Gitter. Ein Gericht in Rom bestätigte das Urteil am Freitag.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 20:04 Uhr

Rom | Der Ex-Kapitän der „Costa Concordia“ muss mehr als fünf Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs ins Gefängnis. Die Richter des Kassationsgerichts in Rom bestätigten am Freitag ein Urteil, das 16 Jahre Haft für Francesco Schettino vorsieht, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Im Februar 2015 war Schettino wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Er hatte das Schiff mit 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern im Januar 2012 zu nah an eine Insel gesteuert. Unter den Todesopfern waren zwölf Deutsche.

Die Staatsanwaltschaft hatte mit einem Plädoyer für 26 Jahre Haft eine deutlich höhere Strafe für Schettino gefordert, der nach dem Unglück in einem Rettungsboot die „Costa Concordia“ verlassen hatte, obwohl noch Menschen an Bord waren.

Chronologie - von der Katastrophe bis zum Urteil

13. Januar 2012: Das Schiff rammt einen Felsen vor der Insel Giglio. An Bord: mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

20. Oktober 2012: Die Beweisaufnahme bestätigt aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Verantwortung des Kapitäns.

10. April 2013: Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere einigt sich mit der italienischen Justiz auf einen Vergleich. Sie muss eine Million Euro Strafe zahlen, die Ermittlungen werden eingestellt.

17. Juli 2013: Der Prozess gegen den Kapitän Francesco Schettino beginnt.

20. Juli 2013: Vier Crewmitglieder und ein Manager von Costa Crociere erhalten Haftstrafen bis zu knapp drei Jahren. Sie hatten ihre Schuld eingeräumt, um die Strafen zu mindern.

16. + 17. September 2013: In einer 19-stündigen Bergungsaktion wird das stark beschädigte Schiff wieder aufgerichtet und stabilisiert.

27. Juli 2014: Der Luxusliner trifft zur Verschrottung in Genua ein.

13. Dezember 2014: Schettino räumt vor Gericht eine Mitschuld ein.

26. Januar 2015: Die Staatsanwaltschaft fordert mehr als 26 Jahre Haft für Schettino.

11. Februar 2015: Das Gericht verurteilt den Ex-Kapitän unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft.

21. + 24. September 2015: Staatsanwaltschaft und Verteidigung legen Berufung ein.

31. Mai 2016: Das Berufungsgericht in Florenz bestätigt das Urteil der ersten Instanz. Bald darauf legt Schettino erneut Berufung ein.

20. April 2017: Der Prozess beginnt vor Italiens höchstem Gericht, dem Kassationsgericht in Rom.

 

Nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt hatten, kam der Fall im Mai 2016 vor das Berufungsgericht in Florenz. Die Richter bestätigten das Urteil. Doch Schettino zog in eine weitere Instanz - und auch die Staatsanwaltschaft legte erneut Berufung ein. Dieser Berufungsprozess war die letzte Instanz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen