Ehefrauen als außergewöhnliche Belastung

Gelten Ehefrau als außergewöhnliche Belastung?
Gelten Ehefrau als außergewöhnliche Belastung?

Kann man Ehefrauen als "außergewöhnliche Belastung" beim Finanzamt steuermindern geltend machen und damit bares Geld sparen?

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04. November 2007, 02:48 Uhr

Dass die Ehe zu einer außergewöhnlichen Belastung werden kann, ist bekannt. Ein treuloser Ehemann kam auf die Idee, diesen Umstand auch steuermindernd geltend zu machen. Über Jahre hatte er eine heiße Liebesaffäre, die - wie es bei heißen Liebesaffären so üblich ist - außerhalb der Ehe stattfand, und zwar mit der Hausgehilfin. Einer Bekannten seiner Geliebten blieb dies nicht verborgen. Für ihr Schweigen verlangte sie von dem Ehebrecher immer wieder hohe Geldbeträge - insgesamt 191 00 DM. Erst als die betrogene Gattin an einem Herzinfarkt verstorben war, endete die Erpressung und der nunmehr verwitwete Lüstling verlangte sein Geld zurück. Damit hatte er allerdings keinen Erfolg, denn seine Liebhaberin war vermögenslos. Daraufhin kam er auf eine andere Idee: Er versuchte, die Erpressungsgelder zumindest von der Steuer abzusetzen. Seine Zahlungen verkaufte der Mann dem Finanzamt als außergewöhnliche Belastung, die im Einkommensteuerbescheid berücksichtigt werden müsse.
Das Finanzamt sah dies anders. Der Mann klagte und führte vor Gericht dann an, er habe die Erpressungsgelder zahlen müssen, um seine herzkranke Frau zu schonen. Sie hätte die Nachricht von seiner Untreue nicht überstanden, so der Witwer. Mit dieser Argumentation setzte er sich in der ersten Instanz vor dem Finanzgericht Köln sogar durch. In der Berufung scheiterte er jedoch. Wer Erpressungsgelder zahle, um von seiner Ehefrau nicht beim Seitensprung ertappt zu werden, könne diese Ausgaben nicht steuermindernd gelten machen, so der Bundesfinanzhof. Denn dabei handele es sich nicht um unvermeidbare Kosten. Der Männe hätte schließlich gar nicht erst fremdgehen müssen, sondern die daraus resultierende Zwangslage durchaus vermeiden können.
Fazit : Ehefrauen sind keine außergewöhnliche Belastung.
Hintergrund: Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen können bei der Festsetzung der Einkommensteuer steuermindernd angesetzt werden. Dadurch sollen unzumutbare Härten vermieden werden. Wenn ein Steuerpflichtiger also stärker als vergleichbare Dritte von Belastungen betroffen ist, wird seine Einkommensteuer ermäßigt. Das gilt aber nur, wenn er sich diesen Belastungen zum Beispiel aus rechtlichen oder moralischen Gründen nicht entziehen konnte. Das Finanzgericht Köln war in unserem Fall tatsächlich der Auffassung, der treulose Ehemann habe sich den Erpressungsgeldern nicht entziehen können. Denn wegen der Herzkrankheit wären Leben und Gesundheit seiner damaligen Ehefrau gefährdet gewesen, wenn sie vn seinen außerehelichen Beziehungen erfahren hätte. Der Bundesfinanzhof urteilte anders und verneinte das Vorliegen einer außergewöhnlichen Belastung.
Bei Interesse siehe hierzu: § 33 Abs. 1 ESTG, "Außergewöhnliche Belastungen"

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