„Masturbieren ist normal, aber...“ : E-Mail-Erpresser nutzen Scham von Internetnutzern aus

E-Mail-Erpresser behaupten derzeit, Internetnutzer beim Masturbieren mit der PC-Kamera gefilmt zu haben.

E-Mail-Erpresser behaupten derzeit, Internetnutzer beim Masturbieren mit der PC-Kamera gefilmt zu haben.

Zurzeit kursieren E-Mails, in denen Erpresser behaupten, den Angeschriebenen beim Masturbieren gefilmt zu haben.

shz.de von
07. Mai 2018, 17:36 Uhr

Hamburg | Heutzutage gibt es in fast jedem Computer, Laptop, Smartphone oder Tablet eine eingebaute Kamera. Kriminelle machen sich diese Tatsache aktuell zunutze, wie das Computerfachportal heise.de berichtet. So würden viele Internetnutzer derzeit E-Mails erhalten, in denen Erpresser behaupten, den Angeschriebenen beim Masturbieren gefilmt zu haben. Um die Verbreitung der Aufnahmen zu verhindern, fordern die Erpresser 500 Euro in Bitcoin.

In der E-Mail heißt es: „Guten Tag, Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande. Ich habe dich eine Weile beobachtet, weil ich dich in einer Werbung auf einer Porno-Website durch einen Virus gehackt habe.“ 

E-Mails sind Fälschungen

Nach Ansicht der Experten von heise.de sei der geschilderte Sachverhalt so theoretisch möglich. Die E-Mails seien aber „zweifelsfrei“ Fälschungen, wie es weiter heißt. Zu erkennen sei das daran, dass sie keinen konkreten Bezug zum Empfänger herstellen. Echte Erpresser würden solche Drohungen mit Bildern untermauern. Betroffene sollten – auch wenn sie sich ertappt fühlen – die E-Mails einfach ignorieren und löschen.

Jeder vierte klebt seine Kamera ab

Und glaubt man einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom, hätte ein Viertel der Angeschriebenen wohl nicht erwischt werden können, weil sie abkleben – und zwar die Kamera am PC. Denn jeder Vierte befürchtet Kamera-Spione. Und das nicht zu unrecht: „Wenn Hightech-Geräte mit Schadprogrammen infiziert sind, können Cyberkriminelle die integrierten Kameras zur ungewollten Überwachung einsetzen“, sagt Dr. Nabil Alsabah, Referent für IT-Sicherheit beim Bitkom. „Wer ganz sicher gehen will und die Gerätekamera kaum nutzt, kann die Linse der Kamera auch abkleben.“

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