Vulkan auf Island : Drohender Ausbruch der Katla: Die Angst vor dem großen Knall

Drei kräftige Erdbeben innerhalb von 24 Stunden nähren erneut die Furcht vor einem nahenden großen Ausbruch.

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05. Januar 2017, 13:59 Uhr

Reykjavík | Islands Vulkane sind kraftvoll, das hat die Geschichte der Eruptionen gezeigt. Zuletzt 2010, als der Eyjafjallajökull ausbrach und den Flugverkehr in Europa behinderte. Experten fürchten seit langem einen Ausbruch der Katla, einem Vulkan im Süden Islands, der unter einem Gletscher liegt. Ein Ausbruch hätte verheerende Folgen für Island, aber auch für Europa. Drei größere Beben innerhalb von 24 Stunden haben die Befürchtung, dass es bald einen Ausbruch geben könnte, wieder befeuert. Das berichten isländische Medien am Donnerstag.

Bárðarbunga und Katla sind zwei der kraftvollsten Vulkane Islands. Beide sind in den vergangenen Jahren sehr aktiv gewesen. Eine Eruption im Bárðarbunga-System schuf 2014 und 2015 das größte Lavafeld seit dem 18. Jahrhundert. Ein Ausbruch der Katla hingegen ist seit Jahren überfällig.

Der Vulkan Bárdarbunga auf Island brodelte vor zwei Jahren wochenlang vor sich hin.
dpa
Der Vulkan Bárdarbunga brodelte vor zwei Jahren wochenlang vor sich hin.

Um 7.05 Uhr (Ortszeit) am Donnerstag hatte die Erdbebenwarte in Island ein Beben der Stärke 3,5 auf der Richterskala im Zentrum der Kaldera Katlas gemessen. Dem Beben folgten viele kleinere Schwarmbeben in der Kaldera (Krater). Der Vulkan liegt unter dem Gletscherschild des Mýrdalsjökull.

Es war das dritte Beben innerhalb kurzer Zeit. Zuvor hatte es bereits am Mittwochmittag im südlichen Nationalpark Þingvellir gebebt. Stärke dort: 3,7 auf der Richterskala. Auch hier folgten Hunderte kleinerer Nachbeben. Mittwochabend dann ein weiteres starkes Beben im Vulkan Bárðarbunga, der unter dem Vatnajökull-Gletscher liegt. Die Stärke auch hier 3,7.

Die drei grünen Sterne zeigen die Beben mit Stärken höher als 3,0 auf der Richterskala. Zusätzlich gab es in den vergangen 24 Stunden viele kleinere Beben.
Screenshot/vedur.is
Die drei grünen Sterne zeigen die Beben mit Stärken höher als 3,0 auf der Richterskala im Nationalpark Þingvellir (links), der Katla (Mitte) und Bárðarbunga (rechts). Zusätzlich gab es in den vergangen 24 Stunden viele kleinere Beben.
 

Die Gefahr, die von Eruptionen unter den Gletschern ausgeht, ist immens. Neben den Wassermassen, die Bewohner der Regionen um die Vulkane bedrohen, sehen Experten vor allem den Luftraum über der nördlichen Hemisphäre in Gefahr. Die Wissenschaftlicher gehen davon aus, dass der Ausbruch von Katla oder Bárðarbunga die Auswirkungen der Eyjafjallajökull-Eruption noch in den Schatten stellen könnte.

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