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Berliner Bode-Museum : Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze: Tatverdächtige sind 18 und 20 Jahre alt

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Die riesige Münze mit einem Gegenwert von 3,7 Millionen Euro haben die Tatverdächtigen vermutlich zerstört und verkauft.

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 15:45 Uhr

Berlin | Die gestohlene, riesige Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist vermutlich verkauft und möglicherweise zerstört worden. „Wir gehen davon aus, dass die Münze in Teilen oder ganz veräußert wurde“, sagte Carsten Pfohl vom Berliner Landeskriminalamt am Mittwoch. Die Ermittler glauben demnacht nicht, noch Bestandteile der Münze zu finden. „Meine Hoffnung, dass wir die Münze auch nur in Teilen finden, ist leider relativ gering“, sagte der Ermittler. Gehofft werde aber, noch Goldabrieb an Kleidung oder Autos nachweisen zu können.

Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“ wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen.
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“ wurde aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Foto: Marcel Mettelsiefen
 

Rund drei Monate nach dem spektakulären Diebstahl der 100 Kilogramm schweren, kanadischen Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro wurden am Mittwoch gegen vier Tatverdächtige im Alter von 18 bis 20 Jahren Haftbefehle erlassen. Sie sitzen nun in Untersuchungshaft. Bei der Razzia waren bis zu 300 Polizisten in Berlin und Brandenburg im Einsatz.

Auch zwei Servicekräfte der Staatlichen Museen sollen in die Tat verwickelt sein. Die Ermittlungen der Polizei beträfen unter anderem zwei Personen, die diese Arbeit ausgenutzt hätten, um die Museen zu schädigen, teilte der Sicherheitsexperte der Staatlichen Museen, Hans-Jürgen Harras mit. „Dass die Arbeit der Polizei dies aufklären konnte, freut uns und hebt auch ein durch die Tat entstandenes generelles Misstrauen gegenüber allen Museumsmitarbeitern sowie vertraglich gebundenen Unternehmen und deren Mitarbeitern auf.“

Die Tat gehe auf eine organisierte Bandenstruktur zurück, teilte Oberstaatsanwältin Martina Lamb am Mittwoch in Berlin mit. Es werde davon ausgegangen, dass die Täter aus dem Bereich organisierter Clans stammten. Die Ermittlungen richteten sich gegen neun weitere Personen aus dem Bereich des Clans.

Das Goldstück war Ende März aus dem Museum entwendet worden. Laut Staatsanwaltschaft müssen die Täter Insiderkenntnisse gehabt haben. Aus dem Bereich des Museums heraus habe es vermutlich Hinweise auf die Tatmöglichkeit gegeben.

Von den vier Inhaftierten sollen laut den Ermittlungen zwei auf den Videos zu sehen gewesen sein, die die Polizei vor einer Woche aus Überwachungskameras vom S-Bahnhof Hackescher Markt nahe dem Museum veröffentlicht hatte. Keiner dieser Verdächtigen ist vorbestraft.

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