Nach Unfall auf Amrum : Die schwersten Schiffsunglücke in Nord- und Ostsee

Der Unfall der „MS Adler“ auf Amrum ist kein Einzelfall: Immer wieder kommt es zu Schiffsunglücken auf Nord- und Ostsee. shz.de fasst die größten Vorfälle aus den vergangenen Jahren zusammen.

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05. Juni 2014, 14:10 Uhr

Brand auf er Scandinavian Star 1990
Foto: dpa

1990: In der Nacht zum 7. April fängt die Fähre „Scandinavian Star“ auf dem Weg von Oslo nach Frederikshavn im Skagerrak Feuer. Von den 482 Menschen an Bord kommen bei dem Brand 159 Personen ums Leben. Die meisten von ihnen fallen den giftigen Rauchgasen zum Opfer. Es wird vermutet, dass Brandstiftung die Ursache für den Großbrand ist. Brennende Decken an Bord des Schiffes konnten kurz vor Ausbruch des verheerenden Feuers durch einen Passagier gelöscht werden.  

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1993: Am 14. Januar kentert die polnische RoRo-Eisenbahnfähre „Jan Heweliusz“ in der Ostsee vor der Küste von Rügen. Grund für das Sinken des Schiffs war offenbar ein defektes Ladetor, aufgrund der Wetterverhältnisse hätte das Schiff jedoch auch im einwandfreien Zustand nicht auslaufen dürfen. Lediglich neun Crewmitglieder können gerettet werden, aufgrund der Passagierliste wird vermutet, dass bei dem Unglück 55 Menschen ertrinken. Es werden jedoch nur 37 Leichen geborgen.

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1994: Am 28. September kommt es zum einem der schwersten Unglücke der zivilen Seefahrt. Die Ostseefähre „Estonia“ mit rund 1000 Passagieren an Bord sinkt bei rauer See vor der finnischen Küste. Über die Unglücksursache wird bis heute spekuliert. Es wird angenommen, dass die Bugklappe des Schiffs so beschädigt war, dass große Wassermengen ungehindert in das Schiff eindringen konnten. Lediglich 137 Menschen überleben das Unglück, 852 Passagiere ertrinken oder erfrieren.

Die Prinsesse Ragnhild bevor sie verunglückte
Foto: Imago

1999: Am 8. Juli kommt es zu einem Brand auf der „Prinsesse Ragnhild“, einer Norwegen-Fähre der Reederei Color Line. Das Schiff befindet sich auf dem Weg von Kiel nach Oslo, als kurz vor Göteborg der Feueralarm ausgelöst wird. Alle 1167 Passagiere werden von Bord geholt, eine 70-jährige Norwegerin stirbt jedoch in Folge einer Herzattacke. Brandursache ist offenbar eine defekte Brennstoffleitung.

Katamaranfähre Sleipner vor dem Unglück
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1999: Die norwegische Katamaran-Fähre „Sleipner“ sinkt am 26. November im Bomla-Fjord, nachdem sie bei stürmischer See auf ein Riff aufläuft. Von den 88 Menschen an Bord kommen bei dem Unglück 16 ums Leben

Prins Richard
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2001: Am 19. Juli kollidiert die dänische RoRo-Fähre „Prins Richard“ mit der Ostmole der Hafeneinfahrt von Puttgarden auf Fehmarn. Bei dem Unfall werden zwei der 452 Passagiere leicht verletzt. Als Ursache der Kollision gilt technisches Versagen, die Fähre war mit einer Geschwindigkeit von zehn bis zwölf Knoten, also etwa 20 Stundenkilometern auf die Mole aufgefahren.

Hochgeschwindigkeitskatamaran Polarstern
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2008: Bei der Rückfahrt von Helgoland nach Ostfriesland am 4. August kommt es zu einem Unglück auf dem Hochgeschwindigkeits-Katamaran „Polarstern“. Als die Panoramascheibe des Schiffs birst, werden 24 von rund 360 Passagieren verletzt.

MS Gotland nachdem sie mit einem anderen Schiff kollidiert ist
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2009: In dichtem Nebel stoßen am 23. Juli zwei Passagierfähren vor der schwedischen Küste zusammen. Der Unfall ereignet sich rund 60 Kilometer südwestlich von Stockholm. Die „MS Gotland“, eine der beteiligten Fähren, hat zum Zeitpunkt der Kollision 1500 Menschen an Bord.  „Gotlandia“, die andere Fähre, ist halb so groß. Mehr als 20 Passagiere werden bei dem Unfall verletzt.

Das Feuerlöschschiff 'Kiel' bekämpfte  den Brand auf der 'Lisco Gloria'. Foto: dapd
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Das Feuerlöschschiff "Kiel" bekämpfte den Brand auf der "Lisco Gloria". Foto: dapd

2010: In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober kommt es vor Fehmarn zu einem Unglück auf der Fähre „Lisco Gloria“. Das Schiff befindet sich auf der Reise von Kiel nach Klaipėda in Litauen, als gegen Mitternacht ein Feuer ausbricht. Von den 236 Passagieren werden bei dem Brand 28 Personen verletzt. Als Brandursache gilt ein technischer Defekt an einem der transportierten Lastwagen.

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