zur Navigation springen

Bestattung von Tieren : Deutschlands erstes Krematorium für Pferde eröffnet

vom
Aus der Onlineredaktion

Gestorbene Pferde finden ihre letzte Ruhe meist in der Tierkörperbeseitigung. In Schwäbisch Hall geht es würdevoller zu.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 14:14 Uhr

Schwäbisch Hall | Das bundesweit erste Krematorium zur Einäscherung von Pferden ist in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) eröffnet worden. „Auch Pferdebesitzer können künftig würdig von ihrem Tier Abschied nehmen“, sagte Betreiber Joachim Lutz am Montag bei der Einweihung der rund 2,5 Millionen Euro teuren, rund 1000 Quadratmeter großen Einrichtung. Lutz rechnet im ersten Jahr mit etwa 100 Feuerbestattungen.

Die Einäscherung kann bis zu acht Stunden dauern und kostet zwischen 1999 Euro und 3500 Euro, plus Transport. Die Betreiber bieten für einen pietätvollen Umgang mit den toten Tieren eine individuelle Zeremonie mit Kerzen und Musik an. Von einem „Abschiedsraum“ aus können die Besitzer durch ein Fenster auf die Ofenanlage schauen. Mit Flüssiggasverbrennung wird dort eine Temperatur zwischen 850 und 1100 Grad erreicht.

Nach Angaben des Bundesverbands der Tierbestatter handelt es sich um die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Bis zu einer im Februar in Kraft getretenen Gesetzesänderung waren tote Pferde oft in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht worden – oder zu entsprechenden Krematorien im benachbarten Ausland, etwa in den Niederlanden. Der Bundesverband beobachtet nach eigenen Angaben einen steigenden Bedarf an Tierbestattungen in Deutschland. Für viele sei ein Tier mittlerweile eine Art Familienmitglied, sagte Verbandschef Martin Struck.

In Norddeutschland gibt es bereits seit 2009 ein Haustier-Krematorium, die Anlage in Hohenwestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist die einzige ihrer Art in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg Vorpommern. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Frettchen, Kaninchen, Ratten und Papageien werden dort eingeäschert.

Bestattungen von und mit Pferden sind aus der Vorzeit bis zum Hochmittelalter aus höheren Rängen bekannt. Bei den Germanen sollten die Pferde in den Grabkammern den Verstorbenen nach Walhall tragen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen