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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Deutscher Exportschlager Tannenbaum

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shz.de stellt in einer Serie eine Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: der Tannenbaum.

shz.de von
erstellt am 25.Dez.2015 | 16:56 Uhr

Mit bunten Kugeln und Lametta geschmückt, ist der Tannenbaum der Weihnachtsbrauch schlechthin. Alle Jahre wieder werden im ganzen Land Bäume in die Zimmer geholt. Aber woher kommt dieser Brauch?

Früher galt Weihnachten als Beginn des neuen Jahres. Bis in das 17. Jahrhundert wurde Neujahr an Weihnachten gefeiert. Das neue Jahr wurde mit dem Beginn neuen Lebens gleichgesetzt – dargestellt durch grüne Zweige und blühende Pflanzen.

Ein anderer Ansatz sieht den Ursprung des Tannenbaums in einem geistlichen Schauspiel: Am 24. Dezember wurde für Adam und Eva ein sogenanntes Paradiesspiel aufgeführt, bei dem ein Lebensbaum aufgestellt wurde. Da Adam und Eva die Sünde in die Welt brachten, wovon Christus die Menschheit erlöste, wurden die Bäume mit Früchten und Oblaten, die den Leib Christi darstellen sollten, verziert. Die geschmückten Bäume standen über Weihnachten in der Kirche.

In Deutschland gab es mit Nüssen, Brezeln und Papierblumen geschmückte Tannen zuerst bei den Handwerkszünften.

Mit dem Beginn der Weihnachtsfeier als Familienfest im 16. und 17. Jahrhundert begannen zunächst der Adel und wohlhabende Bürger, ihre Häuser zu schmücken. Allerdings zunächst ohne Baum, sondern mit Lampen und Gemälden. Die Tanne kam im 19. Jahrhundert dazu. Das protestantische Bürgertum übernahm den Lebensbaum aus dem Paradiesspiel. Tatsächlich kommt der Weihnachtsbaum eher aus dem protestantischen Norden. Im katholischen Süden stellten und stellen die Familien Krippen auf.

In Flensburg brannten 1822 in einem Haus in der Angelburger Straße zum ersten Mal die Lichter an einem Weihnachtsbaum.

Der Weihnachtsbaum ist ein echter deutscher Exportschlager. Adelsfamilien und Auswanderer trugen den Brauch des geschmückten Baumes in die ganze Welt. 1840 stand erstmals ein Baum in den Pariser Tuilerien. Die deutschstämmige Herzogin von Orléans ließ ihn dort aufstellen.

Nicht nur die Pflanze, sondern auch ihr Schmuck erfreuen sich heute noch großer Beliebtheit. Glaskugeln aus Thüringen und Holzschmuck aus dem Erzgebirge zieren so manche Tanne.

Ein Weihnachtsbaum mit Holzschmuck aus dem Erzgebirge.
Ein Weihnachtsbaum mit Holzschmuck aus dem Erzgebirge. Foto: imago/Harald Lange
 
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