Forsa-Umfrage : Deutsche sind zufrieden mit Gesundheitsversorgung – aber nicht auf dem Land

Steigende Kosten für Medizin sollten nach Meinung von fast zwei von drei Befragten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in gleichen Teilen getragen werden. /Symbolbild
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Steigende Kosten für Medizin sollten nach Meinung von fast zwei von drei Befragten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in gleichen Teilen getragen werden. /Symbolbild

Ist die Debatte um eine „Zwei-Klassen-Medizin“ unnötig? Die Mehrheit der Deutschen scheint mit dem System zufrieden zu sein.

shz.de von
30. Januar 2018, 12:42 Uhr

Berlin | 85 Prozent der Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge nichts an der medizinischen Versorgung im Land auszusetzen. 55 Prozent sind zufrieden damit, 30 Prozent sogar sehr zufrieden, wie eine am Dienstag in Berlin vorgestellte Forsa-Befragung im Auftrag des Ersatzkassenverbands vdek zeigt. Dabei wird allerdings ein Stadt-Land-Gefälle deutlich. Jeder Vierte auf dem Land sagt, dass er unzufrieden mit der Versorgung sei. In den Städten sagen dies nur 12 Prozent.

Steigende Kosten für Medizin sollten nach Meinung von fast zwei von drei Befragten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in gleichen Teilen getragen werden, 27 Prozent sind für Steuerzuschüsse. Eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung ist von Union und SPD geplant.

Die vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner wertete die Umfrage als Hinweis darauf, dass die aktuelle, von der SPD angezettelte Debatte um eine „Zwei-Klassen-Medizin“ an der Realität vorbeigehe. Von einer systematischen Schlechterbehandlung der gesetzlich versicherten Patienten könne keine Rede sein. Auf dem Land müssten allerdings verstärkt Fahrdienste eingesetzt und medizinische Versorgungszentren ausgebaut werden.

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