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Panorama

24. Oktober 2017 | 10:13 Uhr

Deutsche fahren entspannt

vom

Jahresbericht des Kraftfahrt-Bundesamtes bescheinigt gute Verkehrsmoral

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Flensburg | Mehr Minis und Maxis, weniger Alkohol- und mehr Drogenfahrten, aber eine bessere Verkehrsmoral - Ekhard Zinke, Chef des Kraftfahrt-Bundesamtes legte gestern in Flensburg einen insgesamt unaufgeregten Jahresbericht vor. Das umfangreiche Zahlenwerk auf 61 Seiten hat - mit wenigen Ausnahmen - keine Ausreißer zum Vorjahr.

Die Deutschen fahren anhaltend entspannt. Das Verkehrszentralregister (VZR), der Ort, an dem die Flensburger Punkte lagern, legte im Vergleich zum Vorjahr minimal zu. Per 31. Dezember waren 904 5000 Personen erfasst - 18 000 mehr als im Vorjahr. "Das kann man fast vernachlässigen. Das ist keine Steigerung", sagte Zinke gestern.

Wie gehabt sind Männer die treuesten Kunden des KBA - nur 22,4 Prozent der der VZR-Einträge betreffen Frauen. Männer haben doppelt so häufig Ärger wegen Alkohol am Steuer, dafür sind Frauen überproportional von Vorfahrtsdelikten betroffen. Dafür fahren beide Geschlechter gerne schneller als erlaubt: Bei den Temposünden "punkteten" Männer mit 57,3 Prozent nur unwesentlich öfter als die Frauen (55,6). Besonders erfreut zeigte sich Zinke, dass die Zahl der Alkohol bedingten Verkehrsverstöße mit 147 200 Fällen den Tiefststand erreicht hat. 2004 waren es noch 218 700 gewesen. "Eine gute Zahl. Aber natürlich immer noch zu hoch. Jeder alkoholisierte Verkehrsteilnehmer trägt ein Risiko ins Leben der anderen."

Deutschland fährt entspannt und es fährt am liebsten schwarz. Der Anteil schwarz lackierter Fahrzeuge an den 3,08 Millionen neu zugelassener Pkw beträgt laut KBA-Statistik 29,5 Prozent, dicht auf den Felgen folgen grau lackierte Autos und Autos, dies eine der weniger guten Nachrichten aus dem Amt, verkauften sich in der zweiten Jahreshälfte 2012 sehr sehr schlecht. Im Juli setzte eine rasante Talfahrt ein mit 16,4 Prozent weniger Zulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat war der Dezember besonders düster. Das Gesamt-Minus von 2,4 Prozent, so Zinke, fiel mit 2,9 Prozent im innereuropäischen Vergleich allerdings moderat aus. Ausnahmen bildeten lediglich Fahrzeuge aus dem "Mini"-Segment und die unverändert nachgefragten Geländewagen, die 2012 auf ein Allzeit-Zulassungshoch von 461 244 Neuzulassungen kletterten.

Gut möglich, dass die Zulassung des neuen SUV in naher Zukunft vom heimischen Sofa erledigt werden kann. "Das ist für uns ein ganz großes Projekt", wagte Zinke einen Ausblick. "Ziel ist, dass der Bürger eines Tages das Haus dazu nicht mehr verlassen muss." Da hängt natürlich technisch einiges dran - räumte Zinke ein. Etwa Fragen der Datensicherheit und der Legitimation. "Wir wollen ja nicht", so Zinke, "dass irgend ein lustiger Zeitgenosse das Auto des Präsidenten abmeldet.

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