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Panorama

11. Dezember 2017 | 03:26 Uhr

Der tödliche Tornado

vom

Wirbelsturm richtet im US-Bundesstaat Oklahoma großes Chaos an / Zahlreiche Menschen sterben

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Oklahoma/Washington | Noch immer können Helfer und Überlebende das Ausmaß der Zerstörung nicht fassen, das ein "Monster-Tornado" mit einer Windstärke von über 300 Stundenkilometern am Montagnachmittag in der 41 000-Seelen-Stadt Moore nahe Oklahoma City und der nahen Umgebung hinterließ.

Die Bilder, die Kamerateams seitdem aus Moore von der mehr als drei Kilometer breiten Schneise der Verwüstung senden, ähneln einer Kriegszone: Gebäude, von denen nur noch die Grundmauern stehen. Zerquetschte Autos. Das Chaos machte die genaue Zählung der Opfer zunächst unmöglich. Zwischenzeitlich war von mehr als 90 Toten die Rede, gestern wurden offiziell 24 Opfer gezählt, darunter viele Kinder. Rettungskräfte suchten die gesamte Nacht mit Taschenlampen nach Überlebenden. "Es gibt Hoffnung. Wir haben immer Hoffnung", sagte der Vize-Gouverneur von Oklahoma, Todd Lamb.

In Moore wurden die Plaza Tower- und Briarwood-Grundschulen völlig zerstört. Medienvertreter wurden gestern von dem Trümmerberg ferngehalten, damit Retter nach den Stimmen von möglichen Überlebenden lauschen konnten. "Als der Tornado durchzog, war es wie ein Bombeneinschlag", berichtet ein Lehrer, der bei der Katastrophe mit dem Leben davonkam, "doch am schlimmsten waren die Schreie der Kinder".

Am Montagabend spielten sich nahe der St. Andrews-Kirche erschütternde Szenen ab, als ein Helfer mit einem Megafon die Namen jener Kinder verlas, die aus den Schulen lebend geborgen werden konnten. Auf einem Parkplatz warteten verzweifelte Eltern auf Neuigkeiten ihrer vermissten Kinder. Andere schlossen ihre überglücklich in die Arme.

Suchtrupps arbeiteten die ganze Nacht mit bloßen Händen, schwerem Gerät und Hunden an beiden Schulen, um Verschüttete zu bergen.

"Wir haben uns in die Flure geflüchtet und unsere Köpfe mit den Händen bedeckt", schilderte eine Schülerin gestern die dramatischen Minuten in der Schule. Mehrere Kinder wurden in der Plaza Towers-Grundschule tot unter einer eingestürzten Wand gefunden. Andere ertranken im Keller der Schule, der als Schutzraum ausgewiesen war, bei einem Wassereinbruch. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte die Gouverneurin von Oklahoma, Mary Fallin. Die Schulleitung hatte sich entschieden, die Kinder angesichts des herannahenden Tornados nicht nach Hause zu entlassen - man glaubte, dass sie in der Schule sicherer sein würden.

Das einzige Krankenhaus der Stadt wurde so schwer beschädigt, dass keine neuen Patienten versorgt werden konnten. Rettungsdienste brachten deshalb Verletzte nach Oklahoma City. US-Präsident Barack Obama erklärte die betroffene Region zum Katastrophengebiet und stellte staatliche Hilfsgelder zur Verfügung. Wetterdienste sprechen von einem Tornado der zweitstärksten Kategorie.

Die Region gilt als besonders gefährdet: Am 3. Mai 1999 hatte eine Serie von Tornados in und nahe Oklahoma City 36 Menschen getötet und fast 300 verletzt.

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