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"Der Junge lag da einfach nur - als ob er schlief"

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Prozess um tödliche Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz / Angeklagte streiten Schuld ab

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erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Berlin | Zum Prozessauftakt um die tödliche Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz haben die Verdächtigen die Schuld am Tod von Jonny K. bestritten. Zudem belasteten sich die sechs Angeklagten gegenseitig. "Ich habe ihn weder geschlagen noch getreten", hieß es in der persönlichen Erklärung des 19-jährigen Onur U.. Er habe mit dem Tod des 20-Jährigen nichts zu tun, die anderen wollten alles auf ihn schieben. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Laut Staatsanwaltschaft soll der junge Mann, der monatelang in der Türkei untergetaucht war, den Angriff provoziert haben. Dabei wurde auch ein Freund von Jonny K. schwer am Kopf verletzt. Onur U. hatte sich erst nach langem juristischen Tauziehen gestellt. Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober 2012 mit wuchtigen Schlägen sowie Tritten so heftig attackiert worden, dass er stürzte und aufs Pflaster aufprallte. Einen Tag später starb er an Gehirnblutungen.

Ein 24-jähriger Angeklagter bestritt den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Jonny K. noch gegen den Kopf getreten haben, als dieser schon reglos am Boden lag. Zugleich erklärte er: "Ich habe schweres Leid über die Familie gebracht."

Vier der sechs Männer zwischen 19 und 24 Jahren wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, zwei müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Da kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden konnte, sei eine Mordanklage nicht in Frage gekommen, so die Staatsanwaltschaft.

Der Ex-Boxer und Deutsch-Türke Onur U. räumte ein, den dunkelhäutigen Begleiter von Jonny K. mit den Fäusten zehn- bis zwölfmal ins Gesicht geschlagen zu haben. Die anderen jetzt Mitangeklagten habe er nur flüchtig oder gar nicht gekannt. Darunter sind drei in Berlin geborene Cousins mit griechischem Pass. Onur U. sagte zudem, er habe Jonny K. zunächst gar nicht wahrgenommen. Später habe er ihn gesehen: "Der Junge lag da einfach nur - als ob er schlief."

Die Angeklagten bedauerten in ihren Stellungnahmen und Erklärungen die Tat und entschuldigten sich bei der Familie des Opfers. Dessen Schwester Tina K. tritt als Nebenklägerin auf. Die 28-Jährige sagte, die Tat sei nicht zu entschuldigen. "Ich will einfach, dass die Wahrheit rauskommt."

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