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Panorama

24. September 2017 | 06:53 Uhr

Das Chamäleon

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Der zweifache Oscar-Preisträger Robert De Niro ist ein Wandlungskünstler - und in jedem Genre ein Meister

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Robert De Niro steht zu seinem Alter, zumindest auf der Leinwand. Der Hollywood-Star, der heute 70 wird, mimte zuletzt einen alternden Schürzenjäger, der mit Potenzmitteln nachhelfen muss. In der Hochzeits-Komödie "The Big Wedding" lassen sich die Alt-Stars Diane Keaton, Susan Sarandon und De Niro auf allerhand sexuelle Verrenkungen ein. Ab November haut er in der Männer-Komödie "Last Vegas" auf den Putz: Vier ergraute Jugendfreunde schmeißen in Las Vegas eine Party.

Als Comedy-Star machte De Niro zuletzt Kasse. In der Komödie "Reine Nervensache" mimte er einen für die Psychiater-Couch reifen Mafiaboss. In "Meine Braut, ihr Vater und ich" ist er der unmögliche Schwiegervater von Ben Stiller. Diese Slapstickauftritte sind Welten von den Filmen entfernt, die De Niro zur Legende machten.

Die Szenen, in denen er 1976 als einsamer "Taxi Driver" durch New Yorks düstere Straßen fährt, sind Kult. Er spielt den in den Wahn abdriftenden Helden so dicht, dass der Film knapp 40 Jahre später nichts von seiner verstörenden Eindringlichkeit verloren hat.

Völlig in seinen Figuren aufzugehen war De Niros besondere Kunst. Seine Wandlungsfähigkeit trug ihm in Hollywood den Beinamen "Chamäleon" ein. Besonders in seinen frühen Arbeiten bereitete er sich mit unendlicher Akribie auf seine Rollen vor. Für den Film "Wie ein wilder Stier" (1980), der die Lebensgeschichte des Boxers Jake La Motta erzählt, nahm er ein Jahr lang Unterricht bei der Boxlegende. Um in Filmhälfte zwei den alternden Champion überzeugend spielen zu können, nahm er 25 Kilo zu.

Die Mühe lohnte sich: Für das Boxer-Porträt wurde der Schauspieler mit einem Oscar geehrt. Schon 1975 hatte er für seinen Auftritt als Vito Corleone in Francis Ford Coppolas preisgekröntem Werk "Der Pate II" einen Oscar als bester Nebendarsteller erhalten. De Niro lernte dafür monatelang den sizilianischen Dialekt.

Prägend für seine Karriere war Starregisseur Martin Scorsese. Das Duo drehte acht Filme zusammen - neben "Taxi Driver" und "Wie ein wilder Stier" die Mafia-Dramen "Hexenkessel" (1973), "Good Fellas" (1990) und den Thriller "Kap der Angst" (1991).

Robert De Niro wurde 1943 als Sohn einer italienisch-irischen Künstlerfamilie in Manhattan geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er drei war. Robert wuchs bei der Mutter im New Yorker Viertel Little Italy auf. Wegen seiner hellen Gesichtsfarbe hieß er dort nur Bobby Milk.

Mit 16 verließ er die Schule und tingelte mit Theatergruppen herum. Seine Ausbildung erhielt er bei Lee Strasberg, wo er seine später so perfekt beherrschte Art des "Method Acting", des einfühlenden Schauspiels, lernte.

De Niro hat in über 80 Filmen mitgespielt und dabei kein Genre ausgelassen. Mit Jane Fonda glänzte er in dem romantischen Drama "Stanley & Iris" (1989), mit Al Pacino in dem Action-Thriller "Heat" (1995), mit Dustin Hoffman in der Politsatire "Wag the Dog" (1997). Die letzte seiner sieben Oscar-Nominierungen holte er in diesem Jahr für seine Nebenrolle als Vater eines depressiven Sohnes in der Tragikomödie "Silver Linings".

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