„Dänemark wird nicht deine Heimat“ : Dansk Folkeparti will mit „No Way“-Videos Flüchtlinge abschrecken

Der Dansk Folkeparti gefällt die australische Kampagne so gut, dass sie gerne eine dänische Version davon haben möchte.
Der Dansk Folkeparti gefällt die australische Kampagne so gut, dass sie gerne eine dänische Version davon haben möchte.

Dänemark verschärft seit dem Regierungswechsel seine Einwanderungspolitik. Die DF will künftig mit Videos nach australischem Vorbild Flüchtlinge abschrecken.

shz.de von
15. Juli 2015, 10:43 Uhr

Ein kleines Boot kämpft in stürmischer See gegen die hohen Wellen. Der Himmel ist grau. Darüber ist in großen Lettern zu lesen: „No Way – You will not make Australia home“. Übersetzt heißt das so viel wie: „Keine Chance – Australien wird nicht deine Heimat“. Mit dieser Aktion will sich die australische Regierung Bootsflüchtlinge vom Hals halten und hat eine entsprechende Kampagne im Oktober 2014 gestartet. Nun wünscht sich die Dansk Folkeparti (DF) auch für Dänemark eine solche Kampagne.

Der DF-Abgeordnete Martin Henriksen glaubt, dass sich auch dadurch die Zahl von Flüchtlingen in Dänemark begrenzen lässt. Der Spruch „Din fremtid er ikke her“ (Deine Zukunft ist nicht hier) könnte uns demnächst auf Plakaten begegnen. Australien hat harte Einwanderungsgesetze und geht massiv gegen Bootsflüchtlinge vor. Mit Plakaten und  „No Way“-Videos, die in 17 verschiedenen Sprachen Flüchtlinge abschrecken sollen.

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Die DF möchte am liebsten mit einem Polizisten als Sprecher und mit dem Integrationsministerium als Produzent die Video-Abschreckung beginnen. „Wir möchten eine Botschaft senden, dass wir strengere Regeln einführen. Wer nach einer Heimat in Europa sucht, soll sie außerhalb Dänemarks finden“, sagt Henriksen gegenüber dem TV-Sender TV2. Man wolle potentielle Asylbewerber, illegale Einwanderer und Menschenschmuggler informieren und mitteilen, dass sie sich nicht die Mühe machen sollen, nach Dänemark zu kommen. Wer es aus den Krisengebieten bis in die Türkei oder nach Jordanien geschafft habe, sei dort bereits sicherer.

Der politische Sprecher der Venstre-Partei, Jakob Ellemann, steht einer solchen Idee nicht abweisend gegenüber. Er verweist darauf, dass die jüngsten Beschlüsse des Folketings zu einer strammeren Einwanderungspolitik in die englische Sprache übersetzt worden sind, um so die ausländischen Medien zu erreichen, sagte der Politiker. Er wollte sich allerdings nicht darauf festlegen, ob er ein solches YouTube-Video auch für Dänemark empfehlen will. In den Niederlanden hatte zuletzt der Rechtspopulist Geert Wilders ein Video nach australischem Vorbild erstellt.

Der politische Sprecher der Sozialistischen Volkspartei (SF),  Jonas Dahl, nennt einen solchen Vorschlag „unsympathisch und entwürdigend“. Das Geld könne man besser für andere Dinge gebrauchen. „Man sollte die Ressourcen dazu benutzen, geflüchteten Familien zu helfen“.

Kristian Thulesen-Dahl von der DF will sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ebenfalls nach australischem Vorbild solle man auch in Europa schnellstmöglich einführen, Flüchtlingsboote noch auf dem Meer abzuweisen und sie zum Umkehren zu zwingen. „Australien macht viele Dinge richtig und wir können davon lernen“, sagt Thuelsen-Dahl.

Widerstand gegen diese Idee kommt erneut von der SF. Sprecherin Karina Lorentzen ist der Ansicht, dass man zunächst eine Verantwortung habe, den Menschen auf der Flucht zu helfen. Das australische Modell sei keine Lösung für das steigende Problem der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. „Eher müsste man Druck auf die Länder ausüben, wo die Flüchtlinge herkommen“, sagt Lorentzen. Auch die Sozialdemokraten in Dänemark sehen Probleme in dem Modell. Fest steht aber auch: „Wir können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, die nach Europa kommen wollen“, sagt Ole Hækkerup. Man müsse die Probleme politisch lösen und andere Lösungen finden. Das was Australien mache, sei sehr teuer.

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