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Anti-Islam-Bewegung in Dresden : „Dann lieber einen Döner“: Pegida-Hymne erntet Spott im Netz

vom
Aus der Onlineredaktion

Seichte Musik mit Gesumme: Mit einem seltsamen Musikstück zum Download werben die Organisatoren der Pegida-Gruppierung um Spenden.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 15:25 Uhr

Dresden | Pegida braucht offenbar Geld. Kurz vor Weihnachten haben die Organisatoren der islamfeindlichen Gruppierung daher eine „Pegida-Hymne“ veröffentlicht und werben mit diesem Musikstück um Spenden. „Gemeinsam sind wir stark!“ heißt das Werk. Es kann auf der offiziellen Webseite herunterladen oder „auf verschiedenen Portalen“ für 1,29 Euro gekauft werden - „für einen guten Zweck“, wie es von Pegida heißt. Die Gruppierung feiert damit auch ihr einjähriges Bestehen.

Die Pegida-Bewegung beschäftigte im Frühjahr 2015 Medien und Politik, weil tausende Menschen die Demonstrationen in Dresden besuchten. Im Laufe des Jahres verlor das Bündnis an Bedeutung. Seit dem Herbst scheint die Gruppierung wieder mehr Zulauf zu haben.

Das Musikstück löst im Netz viel Hohn und Spott aus. Das musikalisch eher schlicht gehaltene Stück kommt mit einigen einfachen Klavierakkorden und seichten Streicherklängen aus. Dazu summen und murmeln Männerstimmen eine Art „Lalala“ und „MmmmMmmmMmmm“. Mit der „Hymne“ ließe sich von einer Werbung für Hundefutter bis zum Abspann einer Fernsehserie so ziemlich alles musikalisch untermalen - oder nichts:

Auf den mangelnden Ohrwurm-Charakter des Stückes verweisen dann auch viele Kommentaren im Netz. Beim Online-Händler Amazon, wo das Stück unter anderem angeboten wird, häufen sich die Ein-Stern-Bewertungen. Eine Nutzerin nennt das Stück in den Kundenbewertungen eine „akustische Durchfallerkrankung“. Ein anderer witzelt, der Text sei „echte Lyrik“. Ein dritter Nutzer erklärt: „Ich habe das Lied mehrfach mit meinen Freunden angehört, leider wurden wir weder stärker noch deutscher. Es hilft auch nicht gegen Islamisierung.“

Andere User-Kommentare gehen ähnliche Richtungen, auch wenn sie ironisch verpackt werden. So schreibt ein User mit dem Nutzernamen „Ubuntu“: „Ich danke so sehr den Schöpfern dieses Stückes. Es ist nicht nur textlich und musikalisch extremst ausdrucksvoll, sondern hat auch erhebende, gar magische Wirkungen gezeigt. Wir haben es Omi Elfriede immer wieder vorgespielt, die seit ihrem Schlaganfall die Arme nicht mehr rühren konnte. Plötzlich zuckte der rechte Arm und wie von Geisterhand gezogen, schwebte er steil rechts nach oben.“ Ein weiterer Nutzer schreibt, er kaufe sich von dem Geld lieber einen Döner.

Auf Twitter beschäftigen sich die Nutzer ebenfalls mit dem Stück. Reaktionen, die sich die Macher nicht gerade gewünscht haben dürften. Auch hier wird vor allem der fehlende Text thematisiert:

Ganz erfolglos scheint die Methode zur Spendensammlung aber nicht zu sein: Im „Amazon Bestseller-Rang“ erreicht der Titel am Dienstagmittag immerhin den elften Platz in der Kategorie „Songs“.

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