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Verkehr : Dänemark: Ab zwei Promille ist das Auto weg

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Urlauber aufgepasst: Ab dem 1. Juli gelten strengere Regeln auf dänischen Straßen. Fast alle Parteien im dänischen Folketing wollen Fahren unter Alkohol strenger bestrafen.

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erstellt am 30.Apr.2014 | 09:27 Uhr

Dänemark will künftig härter gegen Verkehrssünder durchgreifen - und zwar knallhart. Alkoholisierte Fahrer und solche, die unter Drogen stehen, müssen ab dem 1. Juli ihr Auto abgeben. Und zwar auf Nimmerwiedersehen: Der Wagen eines Alkoholtäters wird beschlagnahmt, versteigert und der Erlös der Staatskasse zugeführt.

Bis auf die Einheitsliste und die Liberale Allianz haben alle Parteien im Folketing die Gesetzesverschärfung gebilligt. Die Strafe gilt dann, wenn ein Autofahrer mit mehr als zwei Promille unterwegs ist oder wenn er mit mehr als 1,2 Promille fährt, aber innerhalb der vergangenen drei Jahre mit über 0,5 Promille geschnappt wurde.

Der Rat für Verkehrssicherheit unterstützt das Vorgehen, fordert aber mehr Einsatz für Behandlungsurteile. Es reiche nicht, den Wagen wegzunehmen. Die Menschen, die mit so viel Alkohol im Blut auffällig werden, müssten auch Hilfe bekommen, so der Rat.

Henning Hyllested, verkehrspolitischer Sprecher der Einheitsliste, ist gegen die Verschärfung, weil mit der Beschlagnahme unter Umständen die ganze Familie getroffen werde. Wenn es sich um den Familienwagen handelt, mit dem die Frau die Kinder zu Schule oder zum Sport fährt, bekommt ein solches Urteil eine „soziale Schlagseite“, wie er es nennt. Denn während reiche Familien sich einen weiteren Wagen kaufen können, stehen die ärmeren dann ohne da.

Im näheren europäischen Ausland gibt es nur in Italien ähnlich scharfe Maßnahmen. Hier wird nach 1,5 Promille das Auto eingezogen und versteigert. Die schweren Unfälle nach Alkoholfahrten gingen danach zurück. Auch in Weißrussland kann das Auto nach Alkoholfahrten konfisziert werden.

In Deutschland wird Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille und mehr als Straftat geahndet und führt zu einem Fahrverbot von bis zu drei Monaten oder einem Führerscheinentzug von sechs Monaten bis zu fünf Jahren oder auf Dauer und zu einer Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro sowie sieben Punkten in Flensburg.

Die neuen Regeln treten am 1. Juli in Kraft. Das Auto wird außerdem dann beschlagnahmt, wenn man zweimal innerhalb von drei Jahren mit Drogen im Blut geschnappt wurde oder einmal mit Alkohol und einmal mit Drogen. Geleaste oder geliehene Wagen oder die von Ehegatten oder Lebenspartnern können nicht beschlagnahmt werden.

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