Auswertung der Blackboxen : Co-Pilot steuerte AirAsia-Maschine – Steigflug gibt Rätsel auf

Nach dem Absturz des AirAsia-Flugzeugs werden immer mehr Details der Untersuchung bekannt. Die genaue Ursache bleibt aber unklar.

shz.de von
29. Januar 2015, 15:42 Uhr

Jakarta | Die vor einem Monat vor Indonesien abgestürzte AirAsia-Maschine ist Ermittlern zufolge vom Co-Piloten gesteuert worden. „Der Stellvertreter ist geflogen“, sagte Chef-Ermittler Mardjono Siswosuwarno am Donnerstag unter Berufung auf den Cockpit-Rekorder. Dies sei ein völlig normaler Vorgang. AirAsia hatte zuvor mitgeteilt, dass der erfahrene Flugkapitän rund 20.500 Flugstunden absolviert habe und der Co-Pilot etwa 2300.

Der AirAsia-Airbus war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bislang wurden 70 Leichen geborgen. Taucher fanden die Flugschreiber zwei Wochen nach dem Absturz im Meer. Deren Auswertung ist noch im Gange. Einen Terroranschlag haben Ermittler ausgeschlossen. Bei den Arbeiten am Wrack gab es vor allem wegen des Wetters große Schwierigkeiten.

Der Ermittler betonte, die Maschine sei flugtauglich gewesen. Es habe auch keine Hinweise auf eine Überladung des Flugzeugs oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Crew gegeben: „Die Piloten sprachen normal, was andeutet, dass sie bei guter Gesundheit waren.“

Mardjono bestätigte zudem frühere Äußerungen des indonesischen Verkehrsministers, wonach die Maschine vor dem Unglück in einem gefährlich rasanten Steigflug gewesen sei. So sei der Airbus in nur 30 Sekunden von 32.000 auf 37.000 Fuß (etwa 9700 auf 11.300 Meter) gestiegen. Die normale Steigrate für diesen Zeitraum liege bei 500 bis 1000 Fuß. Es sei somit zu einem sogenannten Strömungsabriss an den Tragflächen und einem Absacken des Flugzeuges gekommen. Ein Strömungsabriss entsteht, wenn die Geschwindigkeit so weit sinkt, dass der Auftrieb nicht mehr ausreicht und die Maschine nicht mehr fliegt.

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