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Nach schwerem Erdbeben und Tsunami : Chile beginnt mit den Aufräumarbeiten

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Chile ist bei dem heftigen Erdstoß der Stärke 8,4 noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Ein gut funktionierendes Frühwarnsystem verhindert wohl Schlimmeres. Jetzt wird aufgeräumt.

Santiago de Chile | Nach dem bislang schwersten Beben des Jahres haben Helfer und Bürger in Chile mit den Aufräumarbeiten begonnen. Für die besonders betroffene Region Coquimbo rief Präsidentin Michelle Bachelet am Donnerstag den Katastrophenfall aus. Damit können Bürgerrechte eingeschränkt werden, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Hunderte Soldaten wurden in die Erdbebenregion geschickt.

Bei dem sechststärksten Erdbeben in der Geschichte Chiles kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Nach der Tsunami-Warnung wurden entlang der Küste rund eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Hunderte suchten Notunterkünfte auf. Rund 180 Gebäude wurden zerstört, betroffen waren vor allem einfache Häuser aus Lehmziegeln.

Erdbeben sind in Chile keine Seltenheit. Um den Pazifischen Ozean herum liegt ein Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen, der als Pazifischer Feuerring bezeichnet wird. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Deshalb kommt es dort zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Erdbeben auslösen können. Zu einer Katastrophe war es 1939 gekommen. Nach einem Beben der Stärke 7,8 starben 28 000 Menschen. Auch das stärkste je gemessene Erdbeben geschah in Chile: 1960 registrierten Geologen die Stärke 9,5 - 1655 Menschen starben. Das Zentrum lag damals mehrere hundert Kilometer südlich des Bebens vom Mittwoch. Im Februar 2010 waren bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,8 mehr als 520 Menschen getötet worden.

200.000 Haushalte seien wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen worden, sagte Energieminister Máximo Pacheco. Am Freitag sollte die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt sein. In der Region Salamanca könnte es noch zwei Tage dauern, bis es wieder in allen Häusern Wasser gibt.

„Wir haben schwere Schäden an Gebäuden und Schiffen“, sagte der Bürgermeister von Coquimbo, Cristián Galleguillos im Radiosender Cooperativa. Nach dem Beben der Stärke 8,4 war die Hafenstadt am Mittwochabend von über vier Meter hohen Tsunamiwellen getroffen worden. „Seit 1923 hatten wir keine Überschwemmungen mehr bis ins Stadtzentrum“, sagte Galleguillos.

Kleinere Flutwellen erreichten am Freitagmorgen Japan. Entlang der Pazifikküste wurden Wellen mit einer Höhe von bis zu 70 Zentimetern registriert, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Die Bewohner entlang der Küste waren aufgefordert, das Ufer zu meiden.

Einordnung des Bebens in der Richter-Skala:

Richter-Magnituden Einteilung der Erdbebenstärke Erdbebenauswirkungen Häufigkeit der Ereignisse weltweit
<2,0 Mikrobeben Nicht spürbar ~ 8000 Mal pro Tag
2,0 bis < 3,0 extrem leicht Nicht spür- aber messbar ~ 1000 Mal pro Tag
3,0 bis < 4,0 sehr leicht Oft spürbar, Schäden selten ~ 49.000 Mal pro Jahr
4,0 bis < 5,0 leicht Sichtbares Bewegen von Gegenständen, Erschütterungen, aber keine selten Schäden ~ 6200 Mal pro Jahr
5,0 bis < 6,0 mittelstark Ernste Schäden bei anfälligen Gebäuden, leichte oder keine bei robusten Gebäuden ~ 800 Mal pro Jahr
6,0 bis < 7,0 stark Zerstörung im Umkreis von bis zu 70 Kilometern ~ 120 Mal pro Jahr
7,0 bis < 8,0 groß Zerstörung über weite Gebiete (Aktuelles Erdbeben im Himalaya) ~ 18 Mal pro Jahr
8,0 bis < 9,0 sehr groß Zerstörung im Umkreis von einigen hundert Kilometern ~ einmal pro Jahr
9,0 bis <10,0 extrem groß Zerstörung im Umkreis von tausenden Kilometern ~ alle ein bis 20 Jahre
größer 10,0 globale Katastrophe Ein solches Beben wurde noch nie registriert Nicht bekannt
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erstellt am 18.Sep.2015 | 08:23 Uhr

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