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Dortmund : BVB-Bus: Mutmaßlicher Täter bestreitet Anschlag

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Aus der Onlineredaktion

Sergej W. soll das Attentat verübt haben. Doch Medienberichten zufolge verlaufen die Ermittlungen zäh.

Dortmund | Im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus bestreitet der Verdächtige nach Angaben seines Anwalts die Tat. Das berichten „Der Spiegel“ sowie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Der Deutschen Presse-Agentur erläuterte der Tübinger Anwalt Reinhard Treimer am Freitag, sein Mandant habe gegenüber dem Ermittlungsrichter nach der Festnahme gesagt: „Ich habe die Tat nicht begangen.“ Derzeit versuche die Polizei zwischen der Tat und seinem Mandanten Zusammenhänge herzustellen, sagte der Anwalt.

Der Anschlag geschah am 11. April, kurz vor dem Champions-League-Viertelfinalspiel gegen AS Monaco bei der Abfahrt des Busses vom Mannschaftshotel. Ein Spieler und ein Polizist wurden verletzt.

Vor einer Woche war Sergej W. festgenommen worden. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft handelte Sergej W. aus Habgier. Er soll an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Der Mann arbeitete seit Mitte 2016 als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk.

Wie die Süddeutsche Zeitung am Freitag meldet, verlaufen die aktuellen Ermittlungen jedoch zäh. Den Berichten nach habe die bisherige Auswertung des bei Durchsuchungen sichergestellten Materials keine weiteren eindeutigen Belege für die Tat gebracht. Trotzdem sind sich die Ermittler den Berichten zufolge weiter sicher, mit dem 28-Jährigen den richtigen Täter gefasst zu haben.

Sergej W. wird beschuldigt, Anfang April einen Kredit in Höhe von mehreren Zehntausend Euro aufgenommen zu haben, um mit dem Geld ein paar Tage später 15.000 „Put-Optionen“ auf die BVB-Aktie zu kaufen. Käufer solcher Optionen spekulieren auf fallende Kurse. Der 28-Jährige soll dafür online über das Hotel-Wlan aus einem Zimmer des BVB-Mannschaftshotels in Dortmund die „Put-Optionen“ über die Direktbank Comdirect geordert haben. Die in einer Hecke versteckten Bomben, so schreibt es die Süddeutsche Zeitung, wurden vermutlich vom Handy aus gezündet.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, sollen Kriminaltechniker zu dem Ergebnis gekommen sein, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff nicht wie zuvor spekuliert um militärische Zünder handelt.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 15:50 Uhr

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