zur Navigation springen

Nach Anschlag auf Mannschaftsbus : BVB-Bus: Handschriftliche Notizen belasten mutmaßlichen Täter

vom

Berichten zufolge wurden in der Wohnung des Tatverdächtigen Sergej W. Notizen gefunden, auf deutsch und russisch.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 08:19 Uhr

Neue Hinweise im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus: In der Wohnung des festgenommenen mutmaßlichen Täters Sergej W. in Rottenburg am Neckar haben Ermittler handschriftliche Notizen gefunden, die ihn weiter belasten. Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, hätte die Polizei in seiner Wohnung einen Collegeblock gefunden, mit Notizen in deutscher und russischer Sprache. Ein Gutachter gehe laut dem Bericht davon aus, dass die Notizen mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem 28-Jährigen stammen.

In den Aufzeichnungen finde sich ein Hinweis, der von den Ermittlern mit einem Training der Mannschaft im März in Zusammenhang gebracht wird - der Anschlag fand am 11. April statt. Außerdem habe Sergej W. das Wort „Hecke“ oder „Gebüsch“ auf russisch aufgeschrieben - die drei Sprengsätze, die der Attentäter am Mannschaftshotel im Dortmunder Süden versteckt hatte, waren in einer Hecke versteckt. Spiegel.de schreibt, W. habe zudem aufgeschrieben, welche Funkfrequenz zur Fernzündung von Sprengsätzen geeignet wäre und wie sich der spätere Tatort auskundschaften lasse. Den Vorwürfen zufolge hat der Tatverdächtige die Sprengsätze vermutlich per Handy von seinem Hotelzimmer aus gezündet. Der 28-Jährige kennt sich mit Elektrotechnik aus: Er war seit Mitte 2016 als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk tätig.

Vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco waren die Sprengsätze explodiert. Die BVB-Spieler waren kurz zuvor mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Stadion losgefahren. Bei der Explosion wurde der Abwehrspieler Marc Bartra schwer verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma.

Dem Verdächtigen Sergej W. wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Mann hat laut Bundesanwaltschaft die deutsche und die russische Staatsangehörigkeit. Er soll auf fallende Kurse des BVB gesetzt haben, als Motiv wird ihm Habgier vorgeworfen. Belastet wird Sergej W. vor allem dadurch, dass er vor dem Anschlag auffällige Aktiengeschäfte durchgeführt haben soll. Der 28-Jährige bestreitet die Tat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen