Festnahmen in Berlin und Sachsen : Bundespolizei nimmt bei Razzien drei mutmaßliche Schleuser fest

Die Männer sollen Flüchtlinge illegal über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben.

shz.de von
31. Januar 2018, 10:09 Uhr

Berlin/Bad Muskau | Mit Durchsuchungen in mehreren Bundesländern hat die Bundespolizei zum Schlag gegen einen internationalen Schleuserring ausgeholt. Drei Männer wurden festgenommen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie sollen Teil eines Schleuserrings sein und im großen Stil Flüchtlinge mit Lastwagen über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben.

Zwei Männer wurden in Berlin, einer im sächsischen Bad Muskau gefasst. Zuvor hatten rund 200 Beamte Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen durchsucht. Beweismittel wurden sichergestellt. Auch Spezialkräfte waren laut Bundespolizei im Einsatz.

Die Verdächtigen werden nun befragt. Die Ermittler erhoffen sich dadurch unter anderem neue Erkenntnisse über die Organisationsstrukturen der Schleuser, so die Bundespolizei.

Laut Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sollen die drei Verdächtigen aus Polen, Bulgarien und der Türkei stammen und gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen mindestens 160 Migranten mit Lastwagen in Deutschland eingeschleust haben. Dabei seien die Flüchtlinge auf den Ladeflächen und teilweise hinter Waren sowie Paletten versteckt gewesen. Dafür verlangten die Schleuser von jedem Migranten 8000 Euro, berichtete der Sender.

Erst vor zwei Wochen war der Bundespolizei ein Schlag gegen mutmaßliche Schleuser gelungen. Bei bundesweiten Razzien waren Wohnungen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen worden.

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