Shitstorm auf Twitter : Bravo blamiert sich mit 100 Flirt-Tipps für Mädchen

Die Bravo-Tipps sorgen für Häme und Kritik.
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Die Bravo-Tipps sorgen für Häme und Kritik.

Unter dem Hashtag „flirtennachbravo“ machen sich Nutzer auf Twitter über einen Artikel aus der Bravo lustig. Das Magazin hat den Beitrag inzwischen von der Seite entfernt – und entschuldigt sich.

shz.de von
15. Juli 2015, 14:28 Uhr

Auf Twitter machen Teile eines Artikels von der Webseite des Jugendmagazins „Bravo“ die Runde. In „So fällst Du Jungs auf: 100 Tipps für eine hammer Ausstrahlung“ erklärt „Bravo“, wie man mit einem Lächeln jeden „süßen“ Jungen verzaubert oder, dass rote Kleidung ihre Blicke fesselt. Die Tipps wirken wie frisch aus den 50ern importiert. Mädchen sollen in erster Linie „süß“ sein. Screenshots aus dem Artikel, der am 6. Juli veröffentlicht wurde, sorgen für Kritik der Twitter-Nutzer. Der Artikel ist mittlerweile nicht mehr auf bravo.de zu finden.

Ist nur noch in der Google-Suche zu sehen: Der mittlerweile gelöschte Artikel mit 100 Flirttipps.
Foto: Screenshot/Google
Ist nur noch in der Google-Suche zu sehen: Der mittlerweile gelöschte Artikel mit 100 Flirttipps.

Viele der Tipps lassen sich dank Twitter rekonstruieren. Nicht ohne hämische, witzige oder kritische Kommentare der jeweiligen Nutzer:

Make-Up oder lieber Nagellack?

„Ich bin dein Vater!“

Zweifel an der Wirkung der Tipps wird schnell laut:

Viele Nutzer glauben, früher alles falsch gemacht zu haben:

Einige halten es für Satire...

...andere sind verwirrt.

Und der letzte Tipp wirft kurioserweise alle 99 davor über den Haufen, finden diese Nutzer.

Das der Artikel mittlerweile gelöscht wurde, sorgt bei manchen Twitterern für Enttäuschung. Alle Bravo-Flirt-Tipps findet man jedoch noch bei Buzzfeed oder im Google Cache.

Am Mittwoch reagierte die Bravo mit einer offiziellen Stellungnahme. Die 100 Tipps hätten ein „rückständiges Frauenbild“ vermittelt, heißt es auf bravo.de. „Tatsächlich sind einige der Tipps absolut unglücklich, und insgesamt genügt der Beitrag nicht dem Qualitätsanspruch, den wir an uns selber stellen. Hierfür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, heißt es in dem Statement. Bravo stelle sich dem Vorwurf und werde in diesem Zusammenhang in einen offenen Dialog mit den Kritikern sowie Fachleuten treten.

Erst im vergangenen Jahr hatte der Bauer-Verlag angekündigt, Änderungen vorzunehmen um dem Auflangenschwund wieder Herr zu werden. Das Glück sollte im Internet wiedergefunden werden. Die shz.de-Redaktion versetzte sich in die Lage von Doktor Sommer und gab Tipps.

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